1. www.wn.de
  2. >
  3. Archiv
  4. >
  5. Viele Jugendliche telefonieren sich arm

  6. >

yangoContent

Viele Jugendliche telefonieren sich arm

wn

Hand aufs Herz: Handys sind für viele Jugendliche nicht einfach nur ein Gebrauchsgegenstand – sie meinen, mit dem neuesten Mobiltelefon und dem lustigsten Logo könnten sie andere beeindrucken. Oder aber sie sind wirklich Technikfreaks und finden es interessant, immer wieder den aktuellsten Schnickschnack zu testen. Doch allzu viele Zehn- bis 24-Jährige vergessen immer wieder, dass das witzige Bild von Garfield oder Spongebob im Display, das neueste Handyspiel oder der aktuelle Charts-Hit als Klingelton bares Geld kosten. Wenn sie kein Prepaid-Handy haben, sondern einen Vertrag, dann kann das Erwachen am Monatsende böse ausgehen. Viele Jugendliche, so stellen Verbraucherschützer fest, telefonieren sich buchstäblich arm.

Bis zum 18. Geburtstag sind die Schulden der Kinder im Prinzip die ihrer Eltern. Denn Minderjährige gelten als „beschränkt geschäftsfähig“ und dürfen deshalb nur mit dem Einverständnis ihrer Väter und Mütter Verträge – zum Beispiel für ein Handy – abschließen und Konten eröffnen. Wenn sich also Schulden anhäufen, fallen die Eltern oft aus allen Wolken, wenn sie dafür geradestehen müssen. Verbraucherschützer empfehlen deshalb, Jugendlichen besser Prepaid-Handys zu geben.

Das Schwierige an dem Problem ist, dass junge Leute oft erst über ihre Schulden sprechen, wenn diese schon heftig angewachsen sind. Auch die Verbraucherzentralen schlagen Alarm, denn immer mehr Jugendliche verlieren den Überblick über ihre Finanzen. Nicht nur das Handy ist eine Schuldenfalle, auch „coole“ Klamotten oder der häufige Besuch im Fast-Food-Restaurant strapazieren das Portemonnaie. Aber wer in seiner Schulzeit nicht gelernt hat, mit seinem Taschengeld umzugehen, der hat es dann auch schwerer, wenn er in der Ausbildung oder im Beruf ist, mit seinem Geld auszukommen. Dorle Neumann

Startseite