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Viele Mini-Jobber im Münsterland

Jürgen Stilling

Münster - In Deutschland gibt es immer mehr Mini-Jobber. Laut Statistischem Bundesamt sind es inzwischen rund sieben Millionen Menschen, die vor allem in Restaurants und im Einzelhandel als geringfügig Beschäftigte für maximal 400 € pro Monat arbeiten. Im Münsterland gibt es besonders viele Menschen mit Minijob – mittlerweile fast 177.000.

Während bundesweit auf 1000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte 258 Mini-Jobber kommen, ist die Quote in den Landkreisen des Münsterlands deutlich höher: Spitzenreiter ist der Kreis Borken mit 396 geringfügig Beschäftigten pro 1000 Sozialversicherungspflichtigen. Weiter lassen sich aus den Daten des Wiesbadener Bundesamts folgende Minijobber-Quoten errechnen: Für den Kreis Coesfeld 394, für den Kreis Steinfurt 383 und für den Kreis Warendorf 343. Lediglich in der Stadt Münster liegt der Anteil mit 251 geringfügig Beschäftigten pro 1000 versicherungspflichtigen Arbeitnehmern knapp unter dem deutschen Durchschnittswert.

Als Grund für die hohen Mini-Jobber-Quote in ländlichen Gegenden nennt die Bundesagentur für Arbeit die hohe Zahl von Pendlern in die Großstädte (in diesem Fall vor allem nach Münster). Dadurch sinke die Zahl sozialversicherungspflichtig Beschäftigter, was die Quote der Mini-Jobber nach oben treibe, hieß es.

Bundesweit schwanken die Quoten zwischen 487 im Landkreis Kusel (Rheinland-Pfalz) und lediglich 95 in der Stadt Wolfsburg. Auffällig ist ein geringer Mini-Jobber-Anteil in Ostdeutschland. In Sachsen-Anhalt liegt er beispielsweise lediglich bei 157, in NRW aber bei 300. Claudia Weinkopf vom Institut Arbeit und Qualifikation der Universität Duisburg-Essen kennt den Grund: „Für Frauen in Ostdeutschland ist es nach wie vor selbstverständlicher, einer regulären beruflichen Tätigkeit nachzugehen.“ Weil das Gros der Mini-Stellen von Frauen besetzt wird, führt dieser Mentalitätsunterschied letztlich zu den deutlich geringeren Mini-Jobber-Quoten in den ostdeutschen Bundesländern.

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