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Viele Umwege führen zum Ziel

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Alle reden von der Wahl des amerikanischen Präsidenten am 4. November. Morgen ist es endlich soweit. Aber wenn man es genau nimmt, wird morgen gar nicht gewählt – jedenfalls nicht direkt. Die Amerikaner wählen sozusagen auf Umwegen. Am 4. November suchen sie bei der Abstimmung so etwas wie Gruppen-Sprecher aus, die dann später für sie den Präsidenten wählen. Diese Menschen heißen Wahlmänner. Früher waren das wirklich nur Männer. Heute sind es auch Frauen. Beide Abstimmungen sind eng verbunden.

Die Wahlmänner machen vorher klar, wen sie als Präsident haben wollen – meist ist das der Kandidat ihrer Partei. Wer zum Beispiel will, dass Barack Obama Präsident wird, wählt in seinem Bundesstaat den Wahlmann, der für Obama ist. So bestimmt das Volk sehr wohl, wer Präsident wird. Aber die eigentliche Wahl übernehmen insgesamt 538 Wahlmänner aus den 50 Bundesstaaten der USA sowie der Hauptstadt – und zwar am 15. Dezember.

Bundesstaaten, in denen viele Menschen leben, sind bei der Abstimmung mit mehr Wahlmännern vertreten als solche mit wenigen Einwohnern. Kalifornien ist besonders groß und hat 55 Wahlleute. Das sehr leere Alaska nur drei. Außerdem gilt fast überall die Regel: Der Gewinner bekommt alles. Das heißt: Der Kandidat, dessen Wahlmänner am 4. November die meisten Stimmen in einem Bundesstaat einheimsen, gewinnt diese Region komplett. Alle Stimmen der Wahlleute aus dem Bundesstaat gehen in der Regel bei der späteren Präsidenten-Wahl an ihn. Man sagt dann auch: Dieser Bundesstaat geht an Obama. Oder an seinen Gegner McCain.

Manche Leute finden diese Regel ungerecht. Damit ist es nämlich möglich, dass ein Kandidat in den USA insgesamt die meisten Anhänger hat, trotzdem aber nicht Präsident wird. Am Ende zählt nicht die Gesamtzahl der Stimmen der Bürger für einen Kandidaten. Sondern es geht um die Stimmen der Staaten – egal wie knapp die Wahl dort jeweils ausging. (dpa)

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