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Rot Weiss Ahlen

Vom Aufstieg ist keine Rede mehr

Cedric Gebhardt

Ahlen. „Gar keinen Gedanken“, wollte René Hecker vor dem Spitzenspiel der U17-Westfalenliga seiner Jungs gegen den Tabellenführer Eintracht Dortmund an eine mögliche Niederlage verschwenden.

Nun muss es der Trainer der RW B1-Junioren doch tun. Mit 1:3 verlor seine Elf happig und hat nunmehr sechs Zähler Abstand zum Liga-Primus. „Das Ergebnis ist eine Katastrophe“, musste Hecker eingestehen. Auf einem tiefen, schwer bespielbaren Rasen sei seiner Meinung nach „Fußballspielen nicht möglich“ gewesen. Doch die Gastgeber legten zumindest die passenden Tugenden an den Tag, was René Hecker imponierte und gleichzeitig fuchste, weil seine Elf auf Elementares wie Kampfgeist, Leidenschaft und Einsatz verzichtete.

„Dortmund hat uns vorgemacht, wie man mit Leidenschaft ein solches Spiel führt. Sie konnten sich den Bedingungen entsprechend besser anpassen“, schimpfte der RW-Coach. Auf hohem spielerischem Niveau wurde das vermeintliche Top-Spiel von beiden Seiten aus nicht geführt. Aber die Eintracht war es, die nach nur zehn Minuten mit 1:0 in Führung ging. Nach einer guten halben Stunde gelang Luka Tankulic der verdiente 1:1-Ausgleich (32.).

Im zweiten Abschnitt dann bot sich Christopher Müller die riesen Chance zum 2:1, die er jedoch vergab. Stattdessen gelangten die Dortmunder nach einem vorangegangenem Freistoß nur Sekunden später zum 2:1 (60.). René Hecker mobilisierte nun noch einmal alles, brachte mit Daniel Lottermoser und Dustin Wypyszewski zwei weitere Angreifer, ließ das Eintracht-Tor mit vier Stürmern berennen – ohne Erfolg. Auch die Abwehr wurde „entblößt“, indem Hecker sogar Christopher Müller nach vorne beorderte. Das 1:3 (74.) war logische Folge. „Aber, ob wir jetzt 1:2 oder 1:3 verlieren, ist auch egal. Ich habe noch einmal alles nach vorne geworfen, um den Ausgleich zu schaffen“, erörterte Hecker.

So weit, so schlecht. Mehr als angefressen verkündete Ahlens Trainer nach der Begegnung: „Das Wort Aufstieg will ich erst mal nicht mehr hören. Die nächsten vier Wochen werden wir über dieses Thema nicht mehr reden.“ Klare Worte vom Trainer, die er in dieser Woche auch im Dialog mit seiner Mannschaft finden will. „Ich muss den Jungs ganz klar vorwerfen, dass sich nicht bedingungslos gekämpft haben“, stellt Hecker klar. Und so musste er wohl oder übel das tun, wozu er im Vorfeld (verständlicherweise) gar keine Lust hatte – über eine Niederlage nachdenken.

RW B1: Stiepermann – Jahrsen, Volkmer, Müller, Bless, Hecker (65. Lottermoser), Meschede, Yavuz (65. Wypyszewski), Cabuk, Mehovic, Tankulic

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