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Von Eseln lernen

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Nun komm schon!“ Die 14-jährige Jessyca verliert die Geduld und zerrt an der Leine. Am anderen Ende stemmt sich Carla mit ihren Hufen ins Gras. Sie bewegt sich nicht.

Carla ist eine Eselin. „Rede mit ihr, versuch sie zu überzeugen“, sagt die Betreuerin. Und tatsächlich: Carla lässt sich schließlich dazu überreden, die saftige Wiese zu verlassen und zum Spaziergang durch den Wald aufzubrechen.

Die Betreuerin heißt Sandra Thyke. Sie arbeitet beim Verein „Natursinn“ und bringt Jessyca und ihren Mitschülern von einer Förderschule in Bielefeld bei, wie man mit Eseln umgeht. In der Schule werden vor allem schwächere Schüler besonders unterstützt. Und von den Eseln sollen sie heute zum Beispiel lernen, dass man mit Druck oft nicht weiterkommt. „Einfach ziehen geht nie“, erklärt Sandra Thyke. „Auf Druck geht beim Esel nix.“

Den Schülern macht das Projekt mit den Tieren Spaß. „Man kann mit den Eseln spazieren gehen oder sogar joggen“, stellt Jessyca begeistert fest. „Alle sagen, Esel sind stur, aber das stimmt gar nicht“, findet die Schülerin. Betreuerin Sandra Thyke ist überzeugt, dass die Zeit mit den Eseln die Schüler auch im Unterricht weiterbringt. Sie seien jetzt viel ausgeglichener, hat sie von den Lehrern erfahren. Die Esel würden es ihnen auch leicht machen: „Tiere nehmen jeden so, wie er ist. Das Aussehen oder die Marke der Kleidung spielen hier keine Rolle.“

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