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Von wegen Mai-Ausflug

Wilfried Sprenger

Münster - Wenn man so will, ist es der etwas andere Mai-Ausflug: Im Bus quer durch die Republik, knapp 700 Kilometer bis zum Ziel. Das liegt in Niederbayern, heißt Vilsbiburg und ist ein anerkannter Volleyball-Standort. Dort beheimatet sind die Roten Raben, der amtierende deutsche Frauen-Meister und heute Abend (Anpfiff 18 Uhr) letzter Gegner des USC Münster in dieser Saison. Dass mit dem Mai-Ausflug lässt Trainer Axel Büring übrigens nicht stehen. „Wir nehmen diese Begegnung sehr, sehr ernst. Da sind noch ein paar Dinge auf unserem Wunschzettel, die wir gern abhaken würden.“

Nein, dieser USC, der seinen Fans in diesem Jahr schon so viel Freude bereitet hat, ist noch immer nicht satt. Im schlechtesten Fall wird er die Serie auf Rang neun beenden, damit ist das Saisonziel schon erreicht. Doch es geht noch mehr. Aktuell belegen die Unabhängigen Platz acht, punktgleich mit dem Köpenicker SC. Münster ist einen Satz voraus, heute kommt es zum Fernduell. Die Berliner spielen in Suhl, auch kein Spaziergang. „Wir sind voll motiviert, Es wäre wirklich klasse, wenn wir den achten Platz halten könnten“, sagt Axel Büring.

Münster hat seit der Jahreswende vornehmlich vor eigenem Publikum geglänzt. Auswärts geriet die Mannschaft noch gelegentlich aus der Spur. Was den Trainer durchaus stört. „In der Fremde haben wir noch keinen der Großen geknackt. Vielleicht können wir die letzte Chance nutzen. Wir haben das jedenfalls vor“, so der 41-Jährige.

Nun ist Vilsbiburg eine besonders große Nummer. In zwölf Heimspielen sind die Raben in dieser Meisterschaftsrunde ungeschlagen. Und außerdem leben sie in Niederbayern noch den Meistertraum. Denn wenn Spitzenreiter Schwerin heute gegen Stuttgart patzt, würden die Süddeutschen vorbeiziehen. Vorausgesetzt, sie weisen auch den USC in die Schranken.

Es ist eine Aufgabe, die Münster dem Titelverteidiger so schwer wie nur möglich machen möchte. Schon in Schwerin am vergangenen Wochenende schrammte der USC denkbar knapp an einer faustdicken Überraschung vorbei. Beim glücklichen 3:2 rettete sich der SSC nur mit großer Mühe ins Ziel. „Das war wirklich knapp. Vielleicht können wir den Raben einen ähnlich großen Kampf liefern“, meint Büring.

In Vilsbiburg werden sie nach dem Finale groß feiern. Egal, ob sie die Serie als Meister oder Vize beenden. Eine zünftige Brotzeit und süffiges Bier sind längst bestellt. Die Münsteranerinnen sind eingeladen, sich dazuzusetzen, ziehen es aber vor, nach Spielschluss heimzufahren. Dann allerdings in kleiner Besetzung. Denn für die Ungarin Barbara Degi, die Belgierin Gwendoline Horemans und Nachwuchs-Ass Ines Bathen endet die Saison heute Abend noch nicht. Alle drei haben noch Nationalmannschafts-Einsätze vor sich. Bathen bereitet sich mit der U-20-Auswahl des Deutschen Volleyball-Verbandes auf die WM-Qualifikation in der Ukraine vor. Degi und Horemans spielen mit den Auswahl-Teams ihrer Länder um ein WM-Ticket bei den Frauen. Dabei pikanterweise auch gegeneinander.

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