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Von Wolke sieben stoßen

Cedric Gebhardt

Ahlen/Hilbeck - Und plötzlich war Thomas Milleville beschäftigungslos. Der Torwart-Trainer der Ahlener SG hat für gewöhnlich genug zu tun während er sich im Übungsbetrieb speziell mit dem Torhüter-Trio Dominic Willner, Dominik Schramm und Philipp Jonscher befasst.

Nun ist aber vor dem schwierigen Auswärtsspiel bei Tabellenführer SV Hilbeck am Sonntag um 15 Uhr der ebenso seltene wie kuriose Fall eingetreten, dass womöglich keiner der drei Schlussmänner zur Verfügung steht. Dominic Willner hatte sich im Training am Montag den Rücken verdreht. Dominik Schramm zog sich schon beim Aufwärmen beim letzten Heimspiel gegen Herringen einen Kapselriss im Finger zu. Blieb noch Philipp Jonscher. Doch selbst Torwart Nummer drei blieb nicht verschont, ihn ereilte eine Zerrung im Oberschenkel. Thomas Milleville hat keinen Keeper mehr, den er unterrichten könnte. Immerhin gibt es die leise Hoffnung, dass „Panda“ Willner doch zur Verfügung steht. Wie, um sich selbst zu bestätigen und dem Wahrwerden der Hoffnung weiteren Schub zu geben, betont Dirk Reichstädter: „Ja, der Panda packt das bestimmt.“

Für den Fall, dass alle Stricke reißen, würde Feldspieler Christopher Tankulic, der in der Jugend schon mal den Torhüter gegeben hat, zwischen den Pfosten stehen. Mal von der Besetzung der Nummer eins abgesehen, steht der Rest der Anfangself.

Auf diese wird ein hartes Stück Arbeit zukommen. Hilbeck ist die Torfabrik der Liga, schoss bereits 46 Treffer. Achten muss die ASG auf die zwei pfeilschnellen Angreifer der Gastgeber. Noch dazu verfügt der SV über die beste Abwehr, kassierte nur 13 Gegentore. „Die haben ein super Torverhältnis. Hilbeck funktioniert als Kollektiv richtig gut. Es wird unheimlich schwierig, gegen die ein Tor zu erzielen“, ahnt Dirk Reichstädter. Vor allem auf eigener Seite soll die Null stehen. „Dazu werden wir in erster Linie auf unsere Defensive achten“, kündigt Reichstädter an.

Heißt einigeln und kontern, auch wenn das der ASG-Trainer nicht ganz so gern hören mag, weil es so destruktiv klingt. „Hilbeck schwebt momentan auf Wolke sieben“, hat Reichstädter beobachtet. Aber auch sein Team habe einen guten Lauf. Der soll verlängert werden, indem der Spitzenreiter von besagter Wolke sieben gestoßen wird.

„Ich bin optimistisch, dass wir zumindest einen Punkt holen“, sagt Dirk Reichstädter. Hört, hört, ganz schön bescheiden. Der Übungsleiter räumt ein: „Prinzipiell will ich immer gewinnen. Aber beim Tabellenführer wäre es vermessen, nicht mit einem Punkt zufrieden zu sein.“ Doch er hat den morgigen Gegner bereits vor einigen Wochen im Testspiel bei den A-Junioren Rot-Weiß Ahlens gesehen. Hilbeck verlor 0:2, RW aber tat sich lange schwer. Die Orangenen dürften demnach gewarnt sein. Umso wichtiger wäre der Einsatz eines etatmäßigen Torhüters. Dann hätte auch Thomas Milleville kommende Woche wieder mehr zu tun.

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