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Vorspielen für einen neuen Vertrag

Wilfried Sprenger

Münster. Der zweite Saisonerfolg ist errungen, mit dem 3:2 über Schlusslicht TSV Sonthofen verbesserte sich der USC Münster in der Frauenvolleyball-Bundesliga auf Platz neun. 1100 Zuschauer sahen den glanzlosen Arbeitssieg der Unabhängigen. Am Ende waren alle froh, es geschafft zu haben. Ob der Erfolg der verunsicherten Mannschaft neues Selbstvertrauen gegeben hat, wird sich am morgigen Samstag zeigen. Um 19.30 Uhr beginnt in Berlin der Schlagabtausch mit dem Köpenicker SC.

Natürlich hat sich Münster am vergangenen Sonntag gefreut. Verhalten und der Situation angemessen. „Euphorie wäre fehl am Platz gewesen“, sagt Trainer Axel Büring. „Wir haben nicht überragend gespielt. Aber es tat sehr gut, endlich wieder gewonnen zu haben“, erklärte Büring und erinnerte an „mehrere Partien, in denen wir richtig gut waren und doch der Gegner gejubelt hat.“

Morgen nun Köpenick. In der Tabelle sind die Berlinerinnen dem USC lediglich einen Platz voraus. Doch das ist nur die halbe Wahrheit. Die andere Hälfte: Satte acht Punkte trennen den Achten vom Neunten. Es ist eine ungewöhnlich große Lücke.

Das Hinspiel verloren die Münsteranerinnen 0:3. Eine Klatsche vor eigenem Publikum, die Spielerinnen agierten unsicher, ängstlich, es reihte sich Fehler an Fehler. Nach 80 Minuten fiel am Berg Fidel der Vorhang. Für den Gastgeber war es die fünfte Niederlage in Folge und der fatale 0:10-Punkte-Fehlstart perfekt.

Morgen erwartet Büring mehr Gegenwehr von den Seinen. „So zurückhaltend wie im Hinspiel werden wir nicht wieder auftreten“, sagt er kämpferisch. Gleichwohl sieht er sein Team in der Rolle des Außenseiters. Aber: „Wenn ein Gegner der Ansicht ist, er könnte uns auf die leichte Schulter nehmen, dann werden wir ihn dafür bestrafen.“

Exakt zwölf Spiele bestreitet der USC noch in dieser Saison. Sechs in der Ligarunde, sechs in der Abstiegsrunde. Der Frage, ob es in Ermangelung einer sportlichen Perspektive eine quälend lange Zeit sei, weicht der Trainer aus. „Ab sofort ist jeder Wettkampf auch eine Vorbereitung auf die kommende Saison. Jede Spielerin hat die Möglichkeit, sich zu empfehlen“, erklärt Büring. Bedeutet: Wer jetzt nicht überzeugt, sitzt im nächsten Jahr nicht mehr im Boot. Verträge über das Saisonende hinaus haben nur wenige Spielerinnen.

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