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Vorwürfe gegen Ärzte: Kammerpräsident droht „schwarzen Schafen“

Julia Gottschick

Münster - 22 Ärzte aus dem Bereich der Ärztekammer Westfalen-Lippe stehen offenbar unter Bestechungsverdacht. Das sagte Kammer-Präsident Dr. Theodor Windhorst am Montag in Münster.

Wie berichtet, ermittelt die Staatsanwaltschaft Münster gegen Mediziner aus dem Münsterland ebenso wie gegen Vertreter des Pharma-Konzerns Ratiopharm.

Die Pharmavertreter sollen Ärzte mit Geschenken und Geld dazu veranlasst haben, Patienten Produkte des eigenen Unternehmens zu verschreiben. Laut Staatsanwaltschaft hat die Behörde vergangene Woche Ermittlungsunterlagen aus Ulm erhalten, in Zusammenhang mit Ermittlungen dort wurden vor drei Wochen 2800 Verfahren gegen Ärzte und Außendienstmitarbeiter des Konzerns an die zuständigen Staatsanwaltschaften in ganz Deutschland abgegeben.

Zum laufenden Verfahren wollte sich Kammerpräsident Windhorst am Montag nicht näher äußern. Ihm sei es allerdings ein Dorn im Auge, wenn der Werbe-Etat von Pharma-Firmen den für Forschungszwecke übersteige.

„Es ist ein Damoklesschwert, wenn diese Konzerne Vorteile nutzen, um Marktbeherrschung zu betreiben“, so Windhorst. Er wolle zum jetzigen Zeitpunkt keine Ärzte-Kollegen vorverurteilen. Wenn sich die Vorwürfe allerdings als haltbar herausstellten, stünden der Kammer durchaus Mittel zur Sanktionierung zur Verfügung - Geldstrafen von bis zu 5000 Euro etwa. Schwarze Schafe wolle man nicht mit durchziehen, betonte der Präsident. „Da sind wir froh, wenn wir die nicht vertreten müssen.“

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