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VW übernimmt Teile von Karmann - in Rheine ist am Jahresende Schluss

Wolfsburg/Osnabrück - Volkswagen übernimmt Teile des insolventen Autozulieferers Karmann. Europas größter Autobauer stellt damit eine Automobilfertigung am Karmann-Standort in Osnabrück sicher. Innerhalb der kommenden Wochen soll eine neue Volkswagen-Tochtergesellschaft gegründet werden. Sie soll ab 2011 eine Fahrzeugproduktion aufnehmen. Das teilten VW und die IG Metall am...

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Wolfsburg/Osnabrück - Der Volkswagen-Konzern übernimmt Teile des insolventen Autozuliefer Karmann in Osnabrück. Bis 2014 sollen in Osnabrück mehr als 1000 neue Arbeitsplätze entstehen. Wie VW mitteilte, hat der Aufsichtsrat dem Kauf von Maschinen, Anlagen und Grundstücken des Unternehmens zugestimmt. Zum Kaufpreis wurden zunächst keine Angaben gemacht.

Die Planungen sehen darüber hinaus innerhalb der kommenden Wochen die Gründung einer neuen Volkswagen-Tochtergesellschaft für den Fahrzeugbau sowie den Start eines neuen Fahrzeugprojektes vor. Volkswagen wird die Fahrzeugproduktion in Osnabrück 2011 neu beginnen. Bestehende Entwicklungsverträge werden aktuell fortgeführt.

Für den Karmann-Standort in Rheine haben die VW- Pläne keine Auswirkungen, wie die dortige IG Metall mitteilte. Das Aus für das Werk zum Ende des Jahres ist seit September beschlossene Sache: Für die zuletzt noch bestehenden gut 100 Jobs war ein Interessenausgleich vereinbart worden. Demnach sollte der größte Teil der Produktion ins Stammwerk nach Osnabrück verlagert werden, 65 Beschäftigte sollten dort einen Job bekommen.

Gerhard Schrader, stellvertretender Betriebsratschef bei Karmann, reagierte euphorisch auf die Nachricht aus Wolfsburg: "Das ist nach lange Jahren endlich mal wieder eine gute Nachricht für die Arbeitsplätze in der Region Osnabrück."

Der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) hat den Einstieg von Volkswagen bei Karmann begrüßt. „Ich bin erleichtert, dass der Automobilstandort Osnabrück nach jahrelangen Bemühungen gerettet ist - und das in Zeiten einer schweren Wirtschaftskrise. Die Automobilinnovationsschmiede in Osnabrück wird Entwicklung, Serienfertigung, Karossenfertigung und Komplettfahrzeugbau betreiben“, erklärte Wulff am Freitag in Hannover Damit werde den Beschäftigten eine neue Perspektive gegeben.

Unterdessen hat der Daimler-Konzern offene Karmann-Forderungen beglichen. Vertreter der IG-Metall bestätigten entsprechende Meldungen gegenüber unserer Zeitung. Durch die Überweisung einer Teilsumme verbessere sich die Zahlungsfähigkeit des Traditionsunternehmens wieder deutlich.

VW gehörte früher zu den größten Kunden von Karmann. Bekannt wurde Karmann nach dem Zweiten Weltkrieg vor allem mit dem „Karmann Ghia“ - einem Coupé auf der Basis des VW Käfers. Auch die Cabrio-Versionen des Käfers und später des Golfs liefen von den Produktionsbändern des Osnabrücker Unternehmens. Karmann war aber wegen der schweren Autokrise in Turbulenzen geraten und musste im April dieses Jahres Insolvenz anmelden.

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