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Waffenruhe in Gaza scheint zu halten

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Tel Aviv/Gaza - Die von Israel und den militanten Palästinensergruppen im Gazastreifen verkündete Waffenruhe hat am Montag weitgehend gehalten. Eine israelische Armeesprecherin sagte, in der Nacht habe es keine neuen Angriffe gegeben.

Israel ziehe weitere Truppen aus dem Gazastreifen ab. Augenzeugen berichteten allerdings am Montagvormittag von neuen Scharmützeln im nördlichen Gazastreifen. Militante Palästinenser schossen demnach auf noch verbliebene israelische Truppen. Die israelische Kriegsmarine feuerte daraufhin mehrere Raketen auf die Positionen der Militanten ab. In den Straßen von Gaza waren am Montag erstmals seit drei Wochen wieder Polizisten der radikal-islamischen Hamas zu sehen. Die Ordnungskräfte trugen Zivilkleidung und waren an ihren gelbe Westen zu erkennen, berichteten Bewohner der Stadt. Die Zivilpolizei war zu Beginn der inzwischen beendeten israelischen Militäroffensive vor drei Wochen völlig aus dem Straßenbild verschwunden.

Die zunächst einseitig von Israel ausgerufene Waffenruhe war in der Nacht zum Sonntag in Kraft getreten und hatte am ersten Tag nicht gehalten. Die militanten Palästinensergruppen hatten Israel am Sonntag eine Frist von einer Woche für einen Abzug aus dem Gazastreifen genannt.

Die israelische Offensive im Gazastreifen hat nach palästinensischen Schätzungen einen Schaden von fast zwei Milliarden Dollar (knapp 1,5 Milliarden Euro) verursacht. Die palästinensische Statistikbehörde (PCBS) veröffentlichte am Montag in Ramallah Angaben über die Schäden der dreiwöchigen Militärangriffe. Mindestens 22 000 private und öffentliche Gebäude seien beschädigt oder zerstört worden, hieß es in der Studie. Dies seien 14 Prozent aller Gebäude im Gazastreifen.

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