1. www.wn.de
  2. >
  3. Archiv
  4. >
  5. Wälder und Rasen unter Wasser

  6. >

yangoContent

Wälder und Rasen unter Wasser

wn

Wir sind in einem dichten Wald: Mehr als 40 Meter ragen die „Stämme“ in die Höhe. Die großen Blätter bewegen sich sanft. Unter ihrem Dach tobt das Leben: Fischlarven, Krebse und Meeresschnecken tummeln sich hier ebenso wie Seeotter und Haie. Denn wir befinden uns in einem Wald unter der Meeresoberfläche. Es ist ein Wald aus Seetang.

Die gigantischen Unterwasserbäume sind bestimmte Braunalgen. Sie kommen auf der ganzen Welt in fast allen kalten Gewässern vor, in denen es viele Nährstoffe gibt. Manche Tange haben einen besondern Trick: Sie lassen sich mit Hilfe von Blasen in ihrem Inneren auf der Wasseroberfläche treiben. So leben sie als Pflanzen ohne Wurzeln.

Der Name Braunalgen verrät schon: Oft sind diese Vertreter eher langweilig gefärbt. Doch es gibt auch knallige Rot- und Grünalgen: Die werden schon mal blutrot oder giftgrün.

Grün sind auch die Seegräser. Sie bilden einen richtigen Unterwasser-Rasen. Die Wurzeln des Seegrases befestigen den Meeresboden. Die Blätter lassen sich von den Wellen hin und her wiegen. Zwischen dem Grün finden unzählige Tiere wie Asseln und Fische Unterschlupf.

Für viele Tiere sind Tange und Seegräser ein Leckerbissen. Meeresschildkröten etwa und Seekühe knabbern an a, Gras. Hoch im Norden, auf einer kleinen Insel vor Schottlands Küste, wird es noch von ganz anderen Lebewesen verzehrt: von Schafen. Besonders im Winter ernähren die Tiere sich dort fast nur von Seegras, das sie an der steinigen Küste finden. Sie haben sich gut an das Futter gewöhnt. Deshalb kann man die Schafe nicht anderswo züchten. Schade für viele Feinschmecker: Das Fleisch der Seegrasfresser ist besonders lecker. (dpa)

Startseite