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Waldschadensbericht: Eiche bleibt ein Sorgenkind

Wilfried Goebels

Düsseldorf - Dem Wald in NRW geht es wieder besser – trotz Kyrill und Borkenkäfer. Der feuchte Sommer 2008 hat den Anteil der gesunden Bäume um zwei Prozent auf 31 Prozent erhöht. Allerdings weisen 51 Prozent der Eichen in NRW starke Schäden auf– acht Prozent mehr als 2007.

Bei der Vorlage des Waldschadensberichts 2008 freute sich Umweltminister Eckhard Uhlenberg (CDU), dass der Wald widerstandsfähiger ist gegen Schadstoffe als erwartet. „Wir reden von Waldschäden, nicht mehr vom Waldsterben.“

Laut Schadensbilanz weisen deutliche Schäden auf: Fichten 21 % (23), Kiefern 20 % (13), Nadelbäume 19 % (23), Eichen 51 % (43), Buche 25 % (42). Den hohen Anteil der geschädigten Eichen begründete Uhlenberg mit dem Fraß durch Eichenwickler- und Frostspannerraupen. Insgesamt kann der Wald nicht als gesund betrachtet werden. Schließlich hat sich der Anteil der gesunden Bäumen gegenüber 1997 von 41 auf 31 Prozent verringert. Gleichzeitig stieg die Quote der stark geschädigten Bäume von 21 auf 25 Prozent an. Aus Sicht Uhlenbergs sind die Böden durch die langjährige Schadstoffbelastung in der Luft nicht mehr so stabil. Mit Kalkungs-Programmen versucht das Land gegenzusteuern.

2008 war aber ein gutes Jahr für den Wald: Keine extremen Hitzegrade und ein atlantisch-feuchtes Wetter haben das Vermehren des Borkenkäfers begrenzt. Nun setzt NRW auf die Wiederaufforstung der durch den Orkan Kyrill zerstörten Waldgebiete. NRW fördert die Anpflanzung mit widerstandsfähigen Douglasien, Buchen, Eichen und Kirschen. „Damit sind wir besser auf den drohenden Klimawandel vorbereitet.“

80 Prozent der 2,5 Millionen durch Kyrill umgefallenen Bäume standen in Südwestfalen. Uhlenberg appellierte an die Waldbauern, die Fördergelder in Millionenhöhe zur Aufforstung mit Laubbäumen zu nutzen. Der Umweltverband BUND warnte davor, nur an den Symptomen der Waldschäden „herumzudoktern“. Auslöser der Schäden seien die hohen Schadstoffwerte in der Luft. Eine Gesundung der Wälder sei deshalb erst denkbar, wenn deren Ursachen angegangen würden. SPD-Umweltexpertin Svenja Schulze kritisierte, dass trotz des leichten Rückgangs immer noch zwei Drittel der Bäume krank seien.

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