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Schützenfeste im Kreis Warendorf

Waschechter Bayer regiert Kapellendorf

Christian Wolff

Tönnishäuschen. Bevor er mit Sack und Pack nach Augsburg zieht, wollte sich Michael Albrecht noch schnell in den Annalen der St.-Antonius-Schützenbruderschaft verewigen. Und so regiert im kommenden Jahr ein waschechter Bayer die Kapellengemeinde Tönnishäuschen. Um 20.32 Uhr gelang dem 45-Jährigen mit dem 540. Schuss der allesentscheidende Treffer. Nach einem heftigen Regenguss lugte im selben Moment sogar die Sonne wieder hervor - als hätte sie nur darauf gewartet, dass Tönnishäuschen einen neuen König bekommt . . .

Vogelbauer Thomas Stapel hatte für seine Kameraden einen äußerst zähen Vogel vorbereitet. „Das kann heute länger dauern“, attestierte Schießmeister Georg Hoppe etwa eine Stunde nach Beginn des Vogelschießens. Doch immerhin fiel der Adler am Ende gut zehn Minuten eher als vor drei Wochen bei den benachbarten Vorhelmern.

In der heißen Phase des Kampfes an der Vogelstange lieferte sich Michael Albrecht mit Ex-König Ralf Budt ein spannendes Zweier-Duell, während im Festzelt bereits die ersten Klänge der Tanzmusik zu hören waren. Zwischenzeitlich mischten sich auch Norbert und Egon Lohoff sowie Thomas Steltig unter die Königsaspiranten. Doch als es wegen des Regens an der Vogelstange ruhig zuging, zeigte sich, wer ernste Absichten hatte.

Zu diesem Zeitpunkt hatten die Insignienschützen längst ganze Arbeit geleistet. Die Krone fiel mit dem 78. Schuss durch Tobias Lohoff, das Zepter mit dem 141. Schuss durch Michael Marpert. Ralf Untiedt holte mit dem 99. Schuss den Apfel herunter. Die linke Schwinge sicherte sich Theo Osthues, die rechte Stephan Berkhoff.

Die traditionelle Fahnenabholung nach dem ersten Antreten musste erstmals ohne Begleitmusik auskommen. Um die Instrumente vor dem möglichen Wolkenbruch zu schützen, hatte es das Blasorchester des Musikvereins Vorhelm vorgezogen, unter dem Pavillon am Schützenplatz zu bleiben. Wie gut, dass die Jungschützen regelmäßig Liederabende veranstalten, denn so untermalten sie den Umzug durchs Dorf mit gepfiffenen und gesungenen Musikstücken.

Neben dem Königsschießen lockte auch das Preisschießen. Hier räumte erneut Bernhard Schwarte ab. Mit 36 Ringen sowie erneut 36 nach dem Stechen belegte er den ersten Platz. Ihm folgt Ralf Lütkecosmann auf Platz 2 mit 36 Ringen sowie 34 nach dem Stechen. Den dritten Platz belegte Norbert Kocker mit 36 Ringen.

Mit Einfallsreichtum und Bastelfreude hatte das Team der Kinderbelustigung so einiges vorbereitet, um die kleinsten Festbesucher zu unterhalten. Bei Ralf Budt, Peter Rusak, Michael Albrecht und Dieter Weber standen die Spiele - vom Dosenwerfen bis zum Schießen mit der Luftdruckpistole - unter dem Motto „Piraten“.

Das Fest der St.-Antonius-Schützenbruderschaft geht am Samstag mit der Krönung und dem großen Festball weiter. Höhepunkt wird am Sonntag das Stadtschützenfest, zu dem sämtliche Ahlener Schützenvereine mit ihren Abordnungen und Throngesellschaften ins Kapellendorf ziehen. Unter allen amtierenden und ehemaligen Regenten wird dann der Stadtschützenkönig ermittelt.

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