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Wegen Beleidigung: DFB sperrt Weidenfeller

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Frankfurt/Dortmund – Wegen einer „herabwürdigenden und verunglimpfenden“ Äußerung gegen Gerald Asamaoah vom FC Schalke 04 ist Borussia Dortmunds Torwart Roman Weidenfeller für drei Spiele gesperrt und mit 10 000 Euro Geldstrafe belegt worden.

Zu einem möglichen Punktabzug für die Borussen kam es nicht. Das entschied das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes DFB am Donnerstag. Zugunsten von Weidenfeller sei berücksichtigt worden, das er sich nach einer für ihn schmerzhaften Auseinandersetzung mit Asamoah zu einer verbalen Entgleisung habe hinreißen lassen, hieß es in einer DFB-Mitteilung. Zudem habe Weidenfeller sich bei Asamoah noch auf dem Spielfeld entschuldigt und sich zwischenzeitlich mit ihm ausgesöhnt.

Was der BVB-Torhüter beim 1:4 am vergangenen Samstag in der Schalker Arena tatsächlich zu Asamoah sagte, blieb weiter unklar. Der DFB äußerte sich dazu nicht. Beide Spieler hatten am Dienstag vor dem Sportgericht ihre Positionen dargelegt. Der Schalker Nationalspieler hatte zuvor erklärt, Weidenfeller habe ihn „schwarzes Schwein“ genannt. Der Borussen-Schlussmann hatte dies bestritten.

Die Dortmunder legten „großen Wert“ auf die Feststellung, dass Weidenfeller mit dem Urteil vom Vorwurf „einer rassistischen Beleidigung“ freigesprochen worden sei. „Das war wichtig“, sagte BVB-Sportdirektor Michael Zorc. Auch Lutz Dreesbach, Vertreter von Trikotsponsor RAF zeigte sich erleichtert. „Wenn Weidenfeller wegen rassistischer Äußerungen verurteilt worden wäre, hätte sich die RAG medienwirksam geäußert. Ich bin froh, dass es dazu nicht gekommen ist.“ Damit deutete Dreesbach an, dass es im Konzern zumindest Überlegungen zu einem möglichen Rückzug als Sponsor gegeben habe.

Weidenfeller und sein Club haben die Entscheidung des DFB akzeptiert. Das Urteil ist damit rechtskräftig, die Affäre juristisch beendet. Im Heimspiel gegen Energie Cottbus an diesem Samstag wird somit Marc Ziegler zwischen den Pfosten stehen. „Er ist ein sehr erfahrener Torhüter und hat unser Vertrauen“, sagte Trainer Thomas Doll am Donnerstag.

Allerdings musste der Coach des Tabellenletzten eine weitere schlechte Nachricht verkraften. Denn Mittelfeldspieler Sebastian Kehl fällt weiter aus. Wegen erneuter Probleme an seinem operierten Knie wird er sich einer Spritzenbehandlung unterziehen. Das sei das Ergebnis der Beratungen von BVB-Mannschaftsarzt Markus Braun mit den Kniespezialisten Heinz Jürgen Eichhorn und Hans-Wilhelm Müller-Wohlfarth. Kehl wird voraussichtlich drei Wochen fehlen.

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