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Auswanderer

Wegen „Geiz ist geil“ ins Ausland

Nadine Jansen

Münster. 155 000 Deutsche kehrten im Jahr 2006 der Bundesrepublik den Rücken, um im Ausland ihr Glück zu suchen. Analysen des DIW (Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung) zeigen, dass hoch qualifizierte Angestellte und solche mit umfassenden Führungsaufgaben doppelt so häufig auswandern wie einfache Arbeiter.

Arbeitslose und Rentner zählen danach nicht vorrangig zur Auswanderergruppe. Zudem sind es die 17- bis 34-Jährigen, die es etwa dreimal so häufig ins Ausland zieht wie die 35- bis 54-Jährigen. Die Motive sind verschieden: Liebe, bessere berufliche Möglichkeiten oder reine Abenteuerlust.

11 000 Fortzüge mehr als in 2005 wurden beim Bundesamt für Statistik verzeichnet. „Abwanderung ist ein Trend, der sich in den vergangenen Jahren fortgesetzt hat“, sagt Harry Penellis, Pressesprecher der Agentur für Arbeit Münster. Es habe vor allem Wanderbewegungen nach Österreich, in die Schweiz und in die skandinavischen Länder gegeben. Weiteres Hauptzielland sind nach Auskunft des Statistischen Bundesamtes die USA. Über die Gründe kann der Sprecher nur mutmaßen: „Vielleicht liegt es an der deutschen ,Geiz ist geil‘-Mentalität: Möglichst wenig zahlen für eine möglichst hohe Arbeitsleistung.“

Aber: „Zum weltoffenen Münsterland gehört auch, dass gute Fachkräfte für eine Zeit ins Ausland gehen, um ihre berufliche Karriere voranzutreiben,“ sagt der nordrhein-westfälische Arbeitsminister Karl-Josef Laumann (CDU). Die gute wirtschaftliche Situation im Münsterland und die damit verbundene Nachfrage nach gut ausgebildeten Fachkräften trage dazu bei, dass viele wieder in die Heimat zurückkehrten.

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