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Wegweiser aus der Krise

Münster - Zurücklehnen und abwarten, bis das Schlimmste vorüber ist? Dies, so waren sich die Gesprächspartner im Medienhaus Aschendorff in Münster einig, sei der falsche Weg. Die Wirtschafts- und Finanzkrise sollte in den Unternehmen vielmehr genutzt...

Wolfgang Kleideiter

Münster - Zurücklehnen und abwarten, bis das Schlimmste vorüber ist? Dies, so waren sich die Gesprächspartner im Medienhaus Aschendorff in Münster einig, sei der falsche Weg. Die Wirtschafts- und Finanzkrise sollte in den Unternehmen vielmehr genutzt werden, sich in jeder Beziehung - vom Produkt bis zum Personal - so optimal aufzustellen, dass sie im Aufschwung von der ersten Stunde an wieder Erfolge im Markt erzielen können. „Krisen sind Zwischenstopps des Fortschritts“, zitierte Dr. Martin Höttecke, Geschäftsführer der Oase-Gruppe in Hörstel, einen Medienbericht.

„Lernen von Erfolgsbeispielen“ - diesen auf Strategiefragen gemünzten Titel hatte die münsterländische Sektion des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI) der Tagung gegeben. Entsprechend ging es weniger um Krisenfolgen wie Kapitalverlust oder Kurzarbeit, sondern immer wieder um die Aufgaben, die sich heute mit Blick auf morgen stellen.

Unternehmensberater Edgar Weier plädierte für ein Maßnahmenbündel, um Preise stabil zu halten, Kosten zu senken und Liquidität eines Unternehmens zu sichern. Seine Beobachtung: Branchen wie Automobilindustrie und Maschinenbau drohten von der reinen Absatz- in eine Strukturkrise abzurutschen. „Wenn nicht jetzt, wann dann?“, sieht Weier in vielen Unternehmen Handlungsbedarf. Jede Krise biete die Chance, zum Beispiel Durchlauf- und Lieferzeiten zu verbessern. Innovationen seien „eher gute Strategien für gute Zeiten“.

Wie tief man über Zahlen, Daten und Fakten in die Struktur eines Betriebes eintauchen kann, um Schlüsse für eine bessere Rendite zu ziehen, verdeutlichte Dieter Ahlborn, Geschäftsführer des Schweißanlagen-Herstellers Nimak. Der Maßnahmenkatalog zeigte, dass das Unternehmen auch herausgefunden hat, wo es Lücken schließen kann.

Die Oase-Gruppe hat die Krise vor Jahren im Zusammenhang mit dem harten Wettbewerb erlebt und „Hausaufgaben“ bereits gemacht. Erfreuliche Erkenntnis im Unternehmen, das in Hörstel und China produziert: Deutsche Ingenieurskompetenz hat im globalen Markt einen hohen Stellenwert. Bei Oase, so Geschäftsführer Dr. Martin Höttecke, bleibe „Deutschland der Systemkopf“ - „Wertschöpfung durch Wissen“.

Welchen Wert deshalb Innovation hat, skizzierte Dr. Lothar Jandel, Leiter Technologiemanagement bei der BASF Coatings. Effektivere Prozesse und verbesserte, kostengünstigere und neue Produkte müssten das Ziel sein.

Von der notwendigen „Vorbereitung auf den Aufschwung“ sprach in der Diskussion folgerichtig IHK-Geschäftsführer Wieland Pieper. Das Münsterland müsse sich auf sein großes industrielles Potenzial besinnen. Die Region habe sich in der Krise bisher „gut behauptet“.

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