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USC Münster

Wende erwünscht

Wilfried Sprenger

Münster - Wollte man den USC-Damen Böses, könnte man ihnen vorwerfen, dass sie nun schon über sieben Monate ohne Pflichtspiel-sieg sind. Was natürlich absurd wäre: Schließlich war die Sommerpause in diesem Jahr so lang wie niemals zuvor. Außerdem sind in der laufenden Serie erst drei Partien gespielt. Alle wurden verloren. Weil dies keine Basis ist für fröhliche Feiern im Jubiläumsjahr, sollte allmählich der erste Erfolg her. Am besten schon am Sonntag (14.30 Uhr, Sporthalle Berg Fidel) im Heimspiel gegen den Köpenicker SC.

Was ist passiert bislang? Im Grunde noch nicht sehr viel. Die Liga-Niederlagen gegen Meister Vilsbiburg (0:3) und beim „Vize“ Wiesbaden (2:3) trafen Münster nicht gänzlich unerwartet. Richtig weh tat das Pokal-Aus gegen Sonthofen. „Darüber haben wir uns tatsächlich ausführlich geärgert“, stellte Trainer Axel Büring gestern fest. Die Enttäuschung über den Erstrunden-K.o. dürfte sich angesichts des folgenden Pokal-Geschehens noch vergrößert haben. Nach lockerem 3:0-Erfolg über Aachen ist Sonthofen nun schon im Halbfinale angekommen; dort genießt es Ende des Jahres Heimrecht gegen Suhl. Der Sieger qualifiziert sich für das Finale in Halle. Das war ursprünglich auch eines der großen Saisonziele des USC. „Wir haben es verpasst, nun muss unsere ganze Konzentration der Meisterschaft gelten“, erklärt Büring.

Am dritten Spieltag vor knapp zwei Wochen hatten die Unabhängigen frei, nun wird es intensiv. Bis zum 2. Januar ist Münster gleich viermal am Ball. Was zur Folge hat, dass der Coach seine Schützlinge selbst über Weihnachten und Silvester zum Training bittet. „Das ist nicht schön, Weihnachten wird für uns somit ziemlich kurz“, sagt Kristin Kasperski. Der Neuzugang aus Schwerin, der sich vor zweieinhalb Wochen in Berlin einer Operation unterzog, ist seit Anfang der Woche wieder im Training. „Die OP ist gut verlaufen“, sagte die 24-Jährige gestern freudestrahlend, „jetzt muss ich nur noch den Trainingsrückstand aufholen.“

Damit ist sie nicht allein, auch Zuspielerin Michaela Jelinkova, Angeiferin Rebecca Schäperklaus und Linda Dörendahl haben aktuell Nachholbedarf. Der Libera setzt seit einiger Zeit eine schmerzhafte Zehenverletzung zu. „Momentan fühlt sie sich barfuß besser als in Schuhen“, erklärt Büring.

Ungeachtet der Probleme braucht der USC alsbald Ergebnisse. Ansonsten läuft er Gefahr, in der unteren Tabellenhälfte zu versinken. Schließlich sind auch die folgen Aufgaben in Suhl, in Hamburg und in Sinsheim alles andere als Selbstläufer. „Das ist ein schwieriges Programm“, weiß Büring und erwartet Duelle auf gleicher Augenhöhe.

Münster steht vor spannenden Wochen. Es geht Schlag auf Schlag. Der erste Sieg könnte sich als Brustlöser erweisen. Stellt er sich jedoch nicht ein, werden die Tage der Erfolglosigkeit irgendwann tatsächlich gezählt.

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