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Wende im Prozess um Mordanschlag auf Viehhändler

Günter Weber

Münster - Eine überraschende Wende gab es am Mittwoch im Prozess um den Mordanschlag am 11. November 2008 auf den Viehhändler Albert V. (44) in Südkirchen.

Der 36-jährige Deutsch-Pole, der laut Anklage zwei Pistolenschüsse auf den 44-Jährigen abgefeuert und diesen schwer verletzt hatte, brach erstmals sein Schweigen. Er sagte aus, dass der wegen Anstiftung zum Mordversuch mitangeklagte Fleisch- und Viehhändler Lothar G. (57) nichts mit der Sache zu tun habe. Er habe ihn nicht dazu angestiftet, seinen Konkurrenten aus Ennigerloh aus dem Weg zu räumen.

„Ich habe den Überfall verübt, weil ich finanziell am Ende war und Geld brauchte. Ich wusste, dass V. ein reicher Mann ist und wollte mir eine Scheibe von seinem Reichtum abschneiden“, erklärte der 36-Jährige, der sich im Gerichtssaal bei dem Angeklagten G. und dem Opfer entschuldigte.

Die Tat sei so nicht geplant gewesen. Als er den Wagen stoppte, habe V. in Richtung Handschuhfach gegriffen. „Ich dachte, er holte eine Waffe. Da habe ich aus Angst geschossen. Er habe sich mit G. nach der Tat noch getroffen, weil er Geld für seine Flucht nach Polen benötigte.

Lothar G. war deshalb in die Schusslinie der Ermittler geraten, weil er auch mit dem 36-Jährigen zusammen gearbeitet hat. Der Deutsch-Pole hatte im Auftrag des Viehhändlers bei Schuldnern Geld eintreiben müssen. Auch galt als Motiv für die Tat, dass der Geschädigte seinem Konkurrenten die besten Mitarbeiter abgeworben hatte.

Der Rechtsanwalt von G. beantragte aufgrund der Aussage des Angeklagten die Haftentlassung seines Mandanten, Der Ankläger sprach sich dagegen für eine Haftfortdauer aus.

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