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Weniger Gewerbeanmeldungen - Gründungswelle ebbt ab

Jürgen Stilling

Münster - Die Zeit des Neugründungsbooms ist zu Ende. Auch im Münsterland gehen die Gewerbeanmeldungen zurück. Wie aus den Daten des Statistischen Landesamtes in Düsseldorf hervorgeht, waren die Kreise Borken und Warendorf im Jahr 2007 besonders stark von dem Rückgang betroffen.

Die Zahl der Gewerbeanmeldungen schrumpfte in den Kreisen Borken und Warendorf um 6,84 Prozent auf 3212 bzw. 5,22 Prozent auf 2069 – und übertraf damit sogar die bundesweite Negativ-Tendenz (minus 4,72 Prozent).

Weitaus besser stehen die anderen Regionen des Münsterlands da: Im Kreis Coesfeld lag das Minus lediglich bei 2,41 Prozent (auf 1738 Anmeldungen). Die Stadt Münster und der Kreis Steinfurt mussten winzige Abstriche um 0,83 Prozent auf 2266 bzw. 0,80 Prozent auf 3219 hinnehmen. Auch der nordrhein-westfälische Durchschnitt liegt mit minus 3,69 Prozent deutlich höher.

Regine Buchholz vom Büro für Existenzgründungen kennt einen wichtigen Grund für das Abebben der Gründungswelle: „Die Neugründungen nehmen während eines Wirtschaftsaufschwungs tendenziell ab, denn viele Menschen bevorzugen sichere Angestelltenverhältnisse.“ Leo Krüll, Sprecher des Statistische Landesamtes in NRW, nennt als weitere Ursache für die schon 2006 begonnene Trendumkehr: „Die Boomzeiten, die es nach der Einführung der Ich-AG gegeben hat, sind vorbei. Die Zahl der Neugründungen fällt jetzt zurück auf den Level vor der Ich-AG.“

Die Gewerbestatistik zählt nicht nur die Neuerrichtungen von Unternehmen, sondern auch die Zu- und Wegzüge. Die regionalen Unterschiede sind deshalb deutschlandweit groß: So kletterten in der bayerischen kreisfreien Stadt Kaufbeuren die Gewerbeanmeldungen 2007 um über 32 Prozent. Gleichzeitig ermittelten die Statistiker für den Main-Spessart-Kreis, der auch in Bayern liegt, einen Rückgang um fast 33 Prozent.

Doch eine hohe Zahl von Gewerbegründungen sagt laut Buchholz über die Lage der Wirtschaft in einer Region nicht zwingend Positives. Beispielsweise könne sich ein großes Unternehmen wegen Konkurses abgemeldet haben, während gleichzeitig drei ehemalige Angestellte ein neues Gewerbe anmelden: Die Statistik sieht dann gut aus, die Wirtschaftslage aber nicht.

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