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Wenn Bauern Straßenbauer werden

Sandra Peter

Dülmen - Tag für Tag mussten die Landwirte im Dülmener Ortsteil Merfeld durch die Schlaglöcher fahren, die der strenge Winter in den Wirtschaftswegen hinterlassen hat.

Am Mittwochabend haben die Mitglieder des landwirtschaftlichen Ortsverbandes nun eigenhändig Abhilfe geschaffen: Mit zehn Mann rückten sie aus und flickten mehr als 100 Schlaglöcher in der Bauerschaft rund um Merfeld. „Der Baubetriebshof der Stadt hat im Moment schon genug zu tun“, sagt Vorsitzender Ludger Puhe. „Mit unserer Aktion wollen wir ihn unterstützen.“ Im Kreis Coesfeld sei die Idee bislang einmalig, sagt er.

Der Leiter des Bauhofs sei mehr als angetan gewesen, als die Landwirte ihm ihren Vorschlag unterbreiteten, so Ludger Puhe. Die Materialien - Kaltteer und Schotter - hat die Stadt zur Verfügung gestellt. Dann sind die Landwirte aktiv geworden. „Es bringt ja nichts, sich zurückzulehnen und zu warten, bis die Stadt die Löcher flickt“, meint Puhe. „Wir können besser Hand in Hand arbeiten als gegeneinander.“

Die Idee kann auch in anderen Bauerschaften Nachahmer finden, so eine Sprecherin der Stadt Dülmen auf Anfrage. Der Bauhof, der für die Wirtschaftswege zuständig sei, sei dankbar für jede Unterstützung in diesen Tagen. Anders sieht es auf den innerstädtischen Straßen aus, für die das Tiefbauamt zuständig ist: Auch wenn die Bürger gern wollen, sollten sie dort nicht auf eigene Faust den Spaten zur Hand nehmen und die Straßen flicken - allein, weil dort viel mehr Verkehr rollt.

Das genaue Ausmaß der Straßenschäden ist in Dülmen noch nicht bekannt. Noch sind die Mitarbeiter der Stadt dabei, sich einen Überblick zu verschaffen.

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