1. www.wn.de
  2. >
  3. Archiv
  4. >
  5. „Wer schläft schon gern´ unter einer Maske?“

  6. >

Schnarch-Serie

„Wer schläft schon gern´ unter einer Maske?“

Ulrich Reske

Greven - Gesagt, getan, geschrieben - ein Zahntechniker aus Greven will beim Kampf gegen das Schnarchen behilflich sein. Ein Kampf, Sie erinnern sich, den der Autor seit 35 Jahren erfolglos, weil weitgehend inaktiv, gestaltet: Die Protrusionsschiene, entwickelt in Kooperation zwischen der Poliklinik der Universität Frankfurt, und dem Zahnlabor Uwe Bußmeier, soll künftig das Schnarchen verhindern. Dabei ist der Grevener Zahntechniker auf diesem Feld nicht allein unterwegs. „Es gibt 80 unterschiedliche Protrusionsschienen“, erklärt Uwe Bußmeier, der allerdings überzeugt ist, dass seine Modelle anderen vor allem deshalb überlegen sind, weil sie den nächtlichen Schläfer so gut wie nicht stören.

Auch Atemmasken, von vielen Schlafmedizinern wärmstens zur Schnarchabwehr empfohlen, funktionieren in der Praxis oft deshalb nicht, weil sie sehr unkomfortabel sind. „Wer schläft schon gern´ unter einer Maske?“, fragt Bußmeier. Ein bisschen Intensivstation-Feeling im heimischen Schlafzimmer. Nein, das muss nicht sein.

Das Wirkungsprinzip der Protrusionsschiene erläutert Bußmeier: „Diese Schienen halten den Unterkiefer während des Schlafes in einer vorderen Position und bewegen auch die Weichteile, etwa die Zunge mit nach vorne.“ Sie könne somit nicht mehr zurückfallen und die oberen Luftwege verstopfen.

Zwei Fliegen fängt Bußmeier, der intensiv mit dem zahnärztlichen Schlafmediziner Dr. Jürgen Langenham zusammenarbeitet, mit einer Klappe. Neben dem primären Schnarchen, an dem nicht der Verursacher, sondern nur der Bettgenosse leidet, wird auch die obstruktive Schlafapnoe verhindert, bei der Atemaussetzer auf Dauer zur körperlichen Schädigung des Schnarchers führen. „Schnarcher leben gefährlich“ - diese Erkenntnis wächst zusehends.

Den Mercedes unter den Protrusionsschienen stellt Uwe Bußmeier mit der zweiteiligen Bußla-Schiene auf. Bußmeier und Langenhan haben sie gemeinsam entwickelt und zum Patent angemeldet. Bemühungen, die Anfang August von Erfolg gekrönt wurden: Das Deutschen Patentamt hat die Bußla-Schiene patentiert. Ebenso ist die Marke eingetragen. „Zwei wichtige Schritte in der interdisziplinären Schlafmedizin“, freuen sich die beiden Entwickler dieser Schiene. 

Die Doppelschiene ist im Ober- und Unterkiefer befestigt und durch ein filigranes, in besonderer Weise geformtes Metallteil miteinander verbunden. Die beiden Konstrukteure sehen die Vorteile dieser Schiene in der „geringst möglichen Sperrung beider Kiefer beim Tiefbiss und einem kaum spürbaren Druck auf die Zähne.“ Der Mercedes hat seinen Preis. Das Modell kostet rund 750 Euro.

Erheblich preiswerter ist die so genannte Schäfla-Schiene. Sie wurde ebenfalls von Dr. Langenham mit entwickelt und wird nur auf einem Kiefer befestigt. Sie hat eine geringe Schienendecke ist von daher komfortabel und kann sehr flexibel dem jeweiligen Kauorgan angepasst werden. Und auch ein preiswerter Seat muss bekannter maßen nicht schlecht sein

Viel Technik für jemand, der auszog, das Schnarchen zu verlernen. Doch was muss passieren, ehe die eine oder andere Schiene zu dem gewünschten Erfolg führt? Die nächste Folge erklärt es

Startseite