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Werbung für den Frauenfußball

Florian Schlecht

Münster. Für Heiner Döbbe war es ein spektakuläres Wochenende. Am Samstag wurde der Trainer der Verbandsliga-Damen des BSV Fortuna Münster 50 Jahre alt. Doch wo andere dieses Jubiläum im großen Kreis mit Kaffee und Kuchen gefeiert hätten, da blieb Döbbe seiner Leidenschaft treu und verbrachte die Tage mit Ehefrau und Töchtern beim Fußball. Immerhin trug sein Klub in Hiltrup den lukrativen Fortuna-Cup mit 16 Mannschaften aus, bei dem Döbbe als Organisator natürlich nicht fehlen durfte. Auch ohne große Party leuchteten so nach dem 2:0-Finalsieg von Zweitligist Heike Rheine gegen den Vorjahressieger Borussia Herford seine Augen, weil er bei den Jubelbildern den Abschluss eines gelungenen Turniers genießen durfte. „Das war echte Werbung für den Frauenfußball“, schwärmte er.

Besonders begeistert war Döbbe von den Zweitliga-Mannschaften aus Rheine, Herford und Gütersloh. Die Favoritinnen demonstrierten in Hiltrup ihre Ballkünste mit schönen Kombinationen und tollen Toren. In den Vordergrund spielten sich dabei besonders zwei U-19-Nationalspielerinnen von Borussia Herford, wo Marie Pollmann mit zehn Treffern die beste Torschützin und ihre Angriffspartnerin Sarah Mahler die Spielerin des Turniers war. Die Münsteraner Klubs zahlten bei dieser starken Besetzung nur Lehrgeld: GW Amelsbüren und Fortuna Münster B ergatterten keinen einzigen Zähler, der über das Qualifikationsturnier nachgerückte SC Gremmendorf feierte zumindest einen Sieg. Besonders knapp war es für die erste Garnitur von Fortuna Münster, die gegen Hollage nur knapp mit 0:1 verlor und sich beim 0:3 gegen den späteren Turniersieger Heike Rheine teuer verkaufte. Döbbe konnte damit aber leben: „Für mich als Gastgeber war der Ablauf des Turniers entscheidend. Und da bin ich absolut zufrieden.“

Denn das Lob über die Organisation wurde von allen Mannschaften an Döbbe herangetragen. Drei Masseure kümmerten sich während der Pausen um Blessuren der Spielerinnen. Im Vorraum zur Halle waren die Spiele über einen Projektor parallel zu beobachten, für die Zuschauer gab es eine Tombola, Kaffee und Kuchen. Ralf Spanier, siegreicher Coach von Heike Rheine, versprach direkt nach dem Finale: „Das war eine Top-Veranstaltung! In einem Jahr sind wir sicher wieder dabei.“ Das würde auch der Zielsetzung der Organisatoren entsprechen. Denn die Fortuna möchte ihren Cup gerne dauerhaft im Hallenkalender etablieren. „Das Turnier gehört schon zu den attraktivsten Veranstaltungen in Westfalen“, betonte Markus Reinhardt. „Und mit 700 Zuschauern in den beiden Tagen waren wir gut besucht.“ Für Heiner Döbbe drückt sich darin auch der Boom aus, der nach den Weltmeister-Titeln der Nationalmannschaft um den Frauenfußball entstanden ist. Und auch die Euphorie rund um den Fortuna-Cup kann noch wachsen: Im Hinblick auf das nächste Jahr träumt Reinhardt bereits von größeren Zugpferden: „Es wäre schön, wenn wir mal Erstligisten nach Hiltrup locken könnten.“

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