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Westfleisch meistert die Krise

Jürgen Stilling

Münster - Für die Verbraucher hatte Dr. Helfried Giesen am Mittwoch eine gute Nachricht parat: Sie müssten erstmals - dank gefallener Preise - nur noch elf Prozent ihres Einkommens für den Lebensmitteleinkauf ausgeben, berichtete der geschäftsführende Vorstand des drittgrößten deutschen Fleischvermarkters in der Generalversammlung in Münster.

Was für die Verbraucher gut ist, drückt bei Westfleisch den Umsatz. Wegen des Preisverfalls sanken die Erlöse im vergangenen Jahr um sechs Prozent auf unter 1,9 Milliarden Euro. „Doch der Absatz gab nur geringfügig nach“, betonte Giesen - und zwar um 0,9 Prozent auf 813 000 Tonnen. Trotz dieser Entwicklung habe Westfleisch die Krise im Vergleich zur Branche gut gemeistert, so Giesen.

Auch Finanzvorstand Dr. Bernd Cordes bewertete den Jahresabschluss mit „zufriedenstellend“. Zwar sank das Rohergebnis laut Cordes um 7,1 Prozent auf 156 Millionen Euro, doch der Jahresüberschuss konnte vor allem dank geringerer Steuerlasten auf 10,7 Millionen Euro mehr als verdoppelt werden. An die Vertragspartner zahlte Westfleisch 2009 Boni in Höhe von insgesamt 15,6 Millionen Euro aus. Die Anteilseigner bekommen eine Dividende von 4,5 Prozent. „Eine gute Rendite im Vergleich zu den aktuellen Zinsen am Kapitalmarkt“, betonte Cordes.

Zu Beginn des neuen Jahres schaffte Westfleisch beim Umsatz die Wende. „Wir haben ein Plus um 2,7 Prozent geschafft“, berichtete Giesen. Der Absatz von Schweinefleisch zog in den ersten drei Monaten sogar um über elf Prozent an. Grundsätzlich gelte eben auch in und nach der Wirtschaftskrise: „Gegessen wird immer“, so der geschäftsführende Vorstand. Jedoch sei die Preissensibilität im Markt weiter gewachsen.

Giesen beklagte den anhaltenden Konzentrationsprozess im deutschen Einzelhandel. „Wir versuchen das daraus entstehende Risiko zu verringern, indem wir die Auslandsmärkte weiter erschließen“, sagte der Manager. Für 2009 bezifferte er die Exportquote auf 39,5 Prozent. In mehr als 50 Länder liefert Westfleisch. Wichtige Wachstumsmärkte sind derzeit China und Russland. Das Absatzplus lag in China 2009 bei über zwölf Prozent. In Russland wurde im ersten Quartal 2010 sogar ein Absatzanstieg um 45 Prozent erreicht.

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