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Teherans Reformkräfte formieren sich gegen Präsident Ahmadinedschad

Wetterleuchten im Iran

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Der Iran gilt als Schlüsselstaat für Wohl und Wehe im Nahen und Mittleren Osten. An Stabilität und Sicherheit in der Region - nach westlichem Verständnis - zeigte Teheran in der Vergangenheit allerdings nur wenig Interesse. Das Mullah-Regime samt dem amtierenden Ministerpräsidenten Ahmadinedschad machte immer wieder durch seine aggressive Atompolitik und die Hasstiraden gegen Israel von sich reden.

Nun kündigt sich ein Wetterleuchten an, ein Wind des Wechsels, der die schwarzen Wolken einer dämonischen Politik über Teheran vertreiben könnte. Die Reformer im Lande wollen ihre Kräfte bündeln, um Ahmadinedschad bei den Wahlen am 12. Juni aus dem Regierungssessel zu kippen.

Der als Hoffnungsträger gehandelte Ex-Präsident Chatami hat mit einem klugen Schachzug einen möglichen politischen Wechsel vorbereitet. Sein Verzicht auf eine eigene Kandidatur macht den Weg frei für Hussein Mussawi, einen erfahrenen Mitstreiter der Reformbewegung. Die Chancen, den ungeliebten Ahmadinedschad loszuwerden, sind damit merklich gestiegen. An Glaubwürdigkeit hat Ahmadinedschad stark eingebüßt. Entgegen allen Versprechungen hat er die wirtschaftliche Talfahrt nicht stoppen können. Die weltweite Krise verschärft den Frust im Lande nur noch.

Im Westen werden die Signale aus Teheran mit seismografischer Feinheit registriert. Zumal sich nach dem Amtswechsel in Washington die Chance auf einen pragmatischen Umgang mit Iran ergibt. Sollten sich die moderaten Kräfte im Iran durchsetzen, gibt es berechtigte Hoffnung auf Wandel. Eines bleibt allerdings unumstößlich: Die wahre Macht in Teheran wird in den Händen der Mullahs bleiben.

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