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Wie ein Flugdinosaurier

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Der Graureiher gehört zu unseren größten einheimischen Vogelarten. Seinen Namen trägt er aufgrund der Farbe seines Gefieders, obwohl er gar nicht komplett grau ist. Aus der Nähe betrachtet ist er ein schöner Vogel mit strahlend gelben Augen.

Im Flug erinnert der Graureiher mit seinen häufig krächzenden Lauten an einen Flugsaurier aus vergangenen Zeiten. Mit langsamen Flügelschlägen fliegt er mit bis auf die Schultern zurückgezogenem Kopf dahin. Dadurch kann man ihn gut vom Storch oder Kranich unterscheiden, die immer mit ausgestrecktem Hals fliegen.

Ältere Graureiher tragen lange Schmuckfedern am Hals und die typischen Reiherfedern am Kopf. Diese langen Federn hat man im Mittelalter dazu benutzt, um bei einem Festmahl mehr essen zu können als eigentlich möglich gewesen wäre. Man nahm eine Reiherfeder und kitzelte sich im Hals. Was dann kam, möchte man sich gar nicht so genau vorstellen, jedenfalls ging das Festmahl danach munter weiter.

Umgangssprachlich wird der Graureiher auch Fischreiher genannt, da seine Leibspeise Fische sind. Er fängt sie in flachen Gewässern, wo er auf seine Beute lauert und blitzschnell mit seinem dolchartigen Schnabel zustößt. Der Graureiher frisst aber auch andere Kleintiere.

In den 70er Jahren stand der Graureiher kurz vor dem Aussterben, bis er unter Artenschutz gestellt wurde. Dank strenger Schutzregelungen ist er in Deutschland heute wieder überall anzutreffen. Sogar in Parks bauen Graureiher auf Bäumen ihre Nester, oftmals in gewässernahen Gehölzgruppen. Dort brüten sie auch in Kolonien, die schon mal bis zu 100 Nester umfassen können.

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