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Katholikentag Osnabrück

Wie ein großes Nachbarschaftsfest

Johannes Loy

Münster - So proppenvoll besetzt mit fröhlichen Menschen ist die Westfalenbahn zwischen Münster und Osnabrück nicht jeden Tag: Doch wenn es bei schönstem Wetter zum Katholikentag nach Osnabrück geht, dann muss die Laune einfach gut sein. Stefan und Sylvia Bagert aus Ahlen-Vorhelm haben ihr Auto einfach in Westbevern abgestellt und erklimmen dort mit ihren drei kleinen Kindern den Triebwagen. Wo soll’s denn hingehen? „Ins Familienzentrum, da gibt’s ein Musical.“

Schon auf dem Bahnhofsvorplatz in Osnabrück setzten Katholiken aus dem Münsterland Akzente. Mitarbeiter der Telgter Großgemeinde St. Marien mit Pfarrer Heinz Erdbürger an der Spitze laden mit Prospekten, Wimpeln und Fahnen zur Wallfahrt nach Telgte ein. Die Osnabrücker sind gute und treue Fußwallfahrer. Am 12. und 13. Juli pilgern sie wieder die über 40 Kilometer zur Muttergottes nach Telgte.

Mit einem Bus der Stadtwerke Münster geht’s Richtung Dom. „Wir sind mit fünf Gelenkbussen aus Münster im Einsatz“, sagt die Busfahrerin. Vorbildliche Nachbarschaftshilfe also im Dienst der guten Sache. Am Osnabrücker Dom gibt’s Gedränge. Zwischen Musikeinlagen, dampfender Erbsensuppe und kleinen Podiumsgesprächen drängen sich die Menschen zu den Bistumsständen. Dr. Jürgen Holtkamp, Chef der Fachstelle Kommunikation im Generalvikariat, sowie Imke Sievers, Geistliche Leiterin des BDKJ, präsentieren unter anderem eine neue querformatige Image-Broschüre des Bistums Münster mit kurzen Texten und bunten Bildern. „Wenn der neue Bischof ernannt ist, tauschen wir die Bilder entsprechend aus“, sagt Holtkamp.

An Münsters Stand können sich Gäste aus dem Bistum auch mit kleinen bunten Stecknadeln auf einer Bistums-Landkarte verewigen. Damit man sieht, wie viele Leute woher kommen. In unmittelbarer Nachbarschaft stehen noch mehr Münsteraner. Es sind Norbert Block, Georg Kresse und Edelwida Faber, Angehörige der Visitaturen Ermland, Breslau und Grafschaft Glatz mit Sitz in Münster, die auf das Schicksal der Vertriebenen und vor allem auf die wichtige Versöhnungsarbeit mit Polen hinweisen.

Die „Kirchenmeile“ mit ihren Spitzdachzelten verteilt sich über die halbe Osnabrücker Innenstadt, doch die Wege sind angenehm kurz. Am Osnabrücker Schloss werben Schwester Diethilde Bövingloh und Winfried Behler für die Franziskus-Stiftung der Mauritzer Franziskanerinnen, die für viele bekannte Hospitäler, Seniorenheime und Hospize in der Region Verantwortung trägt. Ein paar Schritte weiter laden Heinz Meyer und Maria Kröger vom Franz-Hitze-Haus in Münster zu „Begegnungen“ ein. „Wir nutzen die Nähe zu Münster, um auf unsere Bildungsarbeit aufmerksam zu machen“, sagt Heinz Meyer. Da lässt sich auch die Katholisch-Theologische Fakultät der Universität Münster nicht lange bitten: Eva Mundanjohl und Markus Lau stellen die größte Theologische Fakultät Europas vor.

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