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Wie geht es weiter am KÜ?

Martin Kalitschke

Münster - Gegen Pläne der Stadt, das Areal rund um den Kanalübergang (KÜ) in Gelmer nach dem bevorstehenden Ausbau des Dortmund-Ems-Kanals nicht wiederherzustellen, regt sich zunehmend Widerstand.

Nachdem sich kürzlich eine Interessengemeinschaft gegründet hat, die sich für den Erhalt des Landschaftsschutzgebietes in seiner heutigen Form stark macht, kämpft nun auch der Bund Deutscher Architekten (BDA) Münster/Münsterland für das gleiche Ziel. Dessen Mitglied Stefan Schopmeyer hofft, auf einer am 6. Mai geplanten Bürgerinformation „mehr als 800 Unterschriften“ an die Vertreter der Stadt übergeben zu können.

Ab 2011 wird der Kanal für größere Schiffe ausgebaut. Damit er auch während der mehrjährigen Arbeiten genutzt werden kann, wird die Wasser- und Schifffahrtsdirektion von 2011 bis 2013 eine provisorische Umfahrung errichten, die die denkmalgeschützte „Alte Fahrt“ anschneiden und damit zum großen Teil zerstören wird. Ursprünglich war vorgesehen, den Ausweich-Arm nach Abschluss der Arbeiten - etwa 2016 - wieder zurückzubauen.

Nach neuen Plänen der Stadt soll die provisorische Umfahrung zum größten Teil dauerhaft erhalten bleiben, von der „Alten Fahrt“ würden dann nur noch zwei Becken nördlich und südlich des Ausweich-Arms übrig bleiben.

„Derzeit sind Freizeitnutzung und Naturschutz eng vermengt“, betont Martin Krabbe vom Amt für Grünflächen und Umweltschutz. So würden Schwimmer immer wieder für Unruhe unter den an der „Alten Fahrt“ brütenden Vögeln sorgen. Die bevorstehenden Arbeiten bieten seiner Ansicht nach „die Chance, die Situation zu entzerren“. Die „Relikte“ des alten Kanalarms sollen danach vor allem dem Arten- und Denkmalschutz vorbehalten bleiben, der noch zu errichtende provisorische Arm einer „extensiven Freizeitnutzung“. Krabbe räumt ein, dass die Wasser- und Schifffahrtsdirektion mit dieser Lösung auch Kosten spart: Der Ausweich-Arm müsste nur um wenige Meter zurückgebaut werden, der Boden, der ab 2011 abgefahren wird, nicht wieder zurückgebracht werden.

Nach Einschätzung von Schopmeyer gibt die Stadt mit ihren Plänen dem Denkmal KÜ „den Rest“. „Es bleiben lediglich zwei Pfützen sowie eine Kanalbanane übrig, die da nicht hingehört“, sagt der Architekt. Der BDA fordert, die „Alte Fahrt“ komplett wiederherzustellen, die historische Überführung zu sanieren und danach wieder an die „Alte Fahrt“ anzubinden sowie den Bereich zwischen KÜ und Kanal als Erholungsraum aufzuwerten.

Krabbe will sich neuen Ideen nicht grundsätzlich verschließen. „Gibt es auf der Bürgerversammlung Anregungen, werden wir die sicher prüfen“, betont er.

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