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Wie Ladendiebstahl

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Einfach wie Ladendiebstahl: Über 17 Millionen Datensätze von Telekomkunden gestohlen. Millionen Datenpackungen aus Meldeämtern auf dem Schwarzmarkt. Kontodaten Zigtausender Menschen von Lottogesellschaften geklaut. Nun Zehntausende Kreditkartendaten bei der Landesbank Berlin. Wer jetzt noch glaubt „Meine Daten gehören mir“, sollte sich wecken lassen. Längst ist der Bundesbürger gläsern geworden.

Der Feind ist nicht der Daten sammelnde Staat. Kriminelle sind hinter unseren Daten her wie früher hinter dem Bargeld.

Stets erreichen uns nach dem Entdecken der Sicherheitslöcher Entschuldigungen – und die Mitteilung, dass eigentlich nichts passiert sei. Was noch zu beweisen ist, wenn man bedenkt, wie leicht man nur mit Kreditkartennummern Waren bestellen kann. Was auch heißen muss: Es könnte noch schlimmer sein.

Wir leben – rein digital – im wildesten Großstadtdschungel. Und benehmen uns, als wohnten wir in Kleinkleckersdorf, wo wir tags und nachts Türen und Fenster offen stehen lassen können. Wer seine Daten schützen will, offenbart sie gar nicht erst. Muss man an Online-Preisausschreiben dubioser Anbieter teilnehmen? Jede Mini-Rechnung mit der Kreditkarte bezahlen? Für kleinste Rabatte Kundenkarten nutzen? Haltet Eure Wohnungen geschlossen, hieß es früher. Haltet eure Daten bei euch, muss man heute ergänzen.

Und wo Banken unsere Daten besitzen, darf man verlangen, dass sie sie hüten wie Bargeld. Damit fahren auch nicht unterbezahlte Kuriere durch die Landschaft.

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