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„Wiedersehen mit Brideshead“: Opulent

Hans Gerhold

Wer den Titel „Wiedersehen mit Brideshead“ hört, denkt möglicherweise weniger an den 1944 erschienenen Roman des 1930 zum Katholizismus konvertierten Autors Evelyn Waugh, sondern an die britische Fernsehserie von 1981, die Jeremy Irons’ Filmkarriere einleitete.

An diesem Erbe wird die neue, opulente Version von Julian Jarrold mit Ben Whishaw („Das Parfum“), Matthew Goode, Hayley Atwell und Emma Thompson bei älteren Zuschauern gemessen werden.

1944 mit seiner Truppe auf dem Landsitz Brideshead einquartiert, erinnert sich Offizier Ryder an die Zeit zwischen den Weltkriegen, als er auf einem Ozeandampfer und in Oxford auf seine große Liebe Julia traf und sich mit ihrem Bruder Sebastian anfreundete, der in einer Szene eingeführt wird, als er sich in Ryders Zimmer übergibt. In Brideshead und Venedig wird aus Freundschaft homosexuelle Liebe.

Im Roman geht es um Orientierungslosigkeit in Zeiten des Umbruchs, von einem wertkonservativen Autor beobachtet. Ob es der Filmversion gelingt, in 133 Minuten die Komplexität der Vorlage einzufangen, ob sich das Wiedersehen mit Familie Marchmain also lohnt, ist im Schlosstheater zu erfahren.

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