1. www.wn.de
  2. >
  3. Archiv
  4. >
  5. Wiese fürs Wunderland im Wald

  6. >

Mit dem Herzen dabei

Wiese fürs Wunderland im Wald

Warendorf. Die Frage, warum sie sich eigentlich für den Naturkindergarten engagiere, beantwortet sie ohne langes Zögern: „Weil ich gerne was mit Kindern unternehme und mir das Spaß macht“, lautet die simple und überzeugende Antwort von Britta Wiese...

Peter Maxwill

Warendorf. Die Frage, warum sie sich eigentlich für den Naturkindergarten engagiere, beantwortet sie ohne langes Zögern: „Weil ich gerne was mit Kindern unternehme und mir das Spaß macht“, lautet die simple und überzeugende Antwort von Britta Wiese. Die 36-jährige Freckenhorsterin ist seit sechs Jahren Vorstandsvorsitzende des Naturkindergartens „Wunderland“.

Als die zweifache Mutter ihren ersten Sohn in dem Waldkindergarten anmeldete, sei sie quasi in den verantwortungsvollen Posten hineingerutscht, sagt sie. „Ich wollte für die Einrichtung einstehen,war nicht im Beruf und hatte deshalb auch Zeit für die Arbeit.“

Zeit, die sie auch benötigte, denn ihre Aufgabe fordert der gelernten Erzieherin einiges ab: Gespräche mit der Stadt, dem Kreis und dem Land müssen geführt, Statistiken erhoben und Personal verwaltet werden. Wiese: „Ich bin der Briefkasten für die gesamte Einrichtung.“

Trotz aller Verwaltungsaufgaben mache ihr die Arbeit aber Spaß: Sie habe ein großartiges Vorstandsteam hinter sich und könne sich auch auf die Pädagogen der Einrichtung stets verlassen: „Menschlich verstehen wir uns total gut.“

Dass die große Verantwortung mitunter auch zur Last wird, verschweigt sie im WN-Gespräch jedoch nicht: „Das letzte Jahr war wirklich happig“, resümiert sie – und noch ist nicht alles ausgestanden, denn durch das neue Kinderbildungsgesetz (KiBiz) der Landesregierung erhält der Naturkindergarten weniger Zuschüsse als bisehr. „KiBiz ist für unseren Kindergarten eine Katastrophe“, erläutert sie: „Wir versuchen gerade, unsere Einrichtung zu retten.“

Seit kurzem ist der Kindergarten nun integrativ, zudem werden ab diesem Jahr mehr Kinder aufgenommen. Die notwendigen Veränderungen und der damit verbundene bürokratische Aufwand verärgern die engagierte Hausfrau: „Wir sind viel mehr damit beschäftigt, Anträge zu stellen und uns um Geld zu kümmern.“

Dabei findet sie das Konzept des Kindergartens (das auch regelmäßig überdacht und überarbeitet werden muss) richtig toll: Fünf Stunden lang können sich die 23 Kinder im Wald austoben und im Sandkasten mitten in der Natur ihre Burgen bauen. Wenn die Kleinen müde sind, laden Tipi oder Bauwagen dazu ein, sich eine Weile ausruhen.

Ob Britta Wiese sich weiter für das kleine „Wunderland“ einsetzt, entscheidet sich bei der nächsten Vollversammlung im November: Vermutlich werde sie aber nach sechs Jahren ihren Posten abgeben, lässt sie durchblicken – denn auch ihr jüngerer Sohn geht nun zur Schule „und die Vorsitzende sollte schon einen klaren Bezug zum Kindergarten haben.“

Startseite