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Wildpferdefang in Dülmen: 46 junge Hengste verlieren ihre Freiheit

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Dülmen. Es war genau 16.25 Uhr, als Oberförsterin Friederike Rövekamp vor der herzoglichen Loge dem Erbprinzen Vollzug meldete. Genau 46 einjährige Hengste waren zuvor aus der Herde herausgefangen worden. Hinter der Oberförsterin standen die 24 mutigen Fänger, die zuvor eineinhalb Stunden lang die Jährlinge mit bloßen Händen niedergerungen hatten - und nun sichtlich müde und ausgelaugt waren.

Bei richtigem Herzogswetter, also strahlendem Sonnenschein und zunächst fast wolkenlosem Himmel, waren am Samstagnachmittag rund 13000 Besucher zur ausverkauften Wildpferdebahn in den Merfelder Bruch gekommen. Nach einem abwechslungsreichen Vorprogramm mit unter anderem von Minis gezogenen Streitwagen, mongolischen Stuntreitern und einer Esel-Dressur galoppierte um Punkt 15 Uhr die Herde in die Arena ein, begleitet von einer großen Staubwolke. Dann begann die nicht ganz ungefährliche Arbeit der Fänger.

Zunächst trennten sie kleinere Gruppen von der Herde ab, trieben diese in eine Ecke und suchten die Junghengste heraus. Mit bloßen Händen hielten sie diese am Boden fest und legten ihnen Halfter an - und handelten sich dabei so manchen blauen Fleck ein. Nach einem Tritt in den Unterleib musste ein Fänger am Abend noch operiert werden, er werde jedoch in den nächsten Tagen aus dem Krankenhaus entlassen, so Rövekamp. Während die Stuten und Fohlen im Stutenstall gesammelt wurden, brachten die Fänger die gefangenen Jährlinge zum Hengststall, wo ihnen das herzogliche Brandzeichen verpasst wurde.

Nachdem der letzte Jährling gefangen wurde, entließen die Fänger die Herde wieder in die Freiheit. Für die Hengste ging es dann zur Auktion, wobei die ersten vier gefangenen Jährlinge unter den Zuschauern verlost wurden.

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