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Willkommen in der Berufsarmee!

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Dank Wehrpflicht war die alte Bundeswehr mehr oder weniger immer auch Spiegelbild der Gesellschaft. Mit all ihren Stärken und Schwächen. Gestern rückten die ersten 3400 freiwillig Wehrdienstleistenden ein. Willkommen in der Berufsarmee!

Ist die neue Bundeswehr künftig vor allem beliebt bei der geschmähten Unterschicht, die niemand so nennt? Eine solche Vorab-Kritik ist mutwillig böse. Klar ist: Die Truppe muss sich künftig im Wettstreit um die Besten als potenzieller Arbeitgeber attraktiver machen. In wirtschaftlichen Boom-Zeiten ist die Konkurrenz da (über-)groß.

Gleichzeitig aber gilt: Ihre Aufgaben haben sich in den vergangenen Jahren radikal gewandelt. Aus der einst 500 000 Mann starken Verteidigungstruppe wurde eine Armee im Einsatz. Afghanistan, der Balkan, die Piratenjagd am Horn von Afrika zeigen: Gefragt sind heute Spezialisten, nicht Grundwehrdienstleistende. Die meisten Nachbarn haben das längst erkannt. In Europa ist die Wehrpflicht ein Auslaufmodell. Von den 28 Nato-Staaten haben inzwischen 23 eine Berufsarmee.

Natürlich ist die neue deutsche Armee angesichts ihrer Aufgaben zum Erfolg verdammt. Sie muss aber auch eine Chance dafür bekommen.

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