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Winkhaus und Tunstall: Kurzarbeit im großen Stil

Telgte - Die Auswirkungen der internationalen Finanzkrise haben jetzt gleich zwei Telgter Unternehmen dazu veranlasst, ab Februar Kurzarbeit anzumelden. Bei Winkhaus sind davon nach Firmenangaben 500 der insgesamt rund 700 Mitarbeiter am Stammsitz...

A. Große Hüttmann

Telgte - Die Auswirkungen der internationalen Finanzkrise haben jetzt gleich zwei Telgter Unternehmen dazu veranlasst, ab Februar Kurzarbeit anzumelden. Bei Winkhaus sind davon nach Firmenangaben 500 der insgesamt rund 700 Mitarbeiter am Stammsitz betroffen, bei Tunstall 50.

Noch vor wenigen Tagen hatte Winkhaus auf Anfrage unserer Zeitung verlauten lassen, dass man die Lage sehr genau beobachte. Gestern wurde bei der Agentur für Arbeit ab Februar Kurzarbeit beantragt. Die Zahl von 500 Mitarbeitern „variiert in den einzelnen Bereichen und Abteilungen und ist abhängig von der entsprechenden Auftragslage“, hieß es gestern aus dem Unternehmen.

Weitere Winkhaus-Standorte in Münster und Meiningen/Thüringen seien derzeit nicht betroffen. In einer Mitarbeiterversammlung informierte die Geschäftsleitung des Unternehmens gestern Nachmittag über diese Maßnahme.

Ab kommenden Montag muss auch ein Teil der Beschäftigten bei Tunstall kurzarbeiten. Das bestätigte auf Anfrage Geschäftsführer Ludger Lappenküper. Für anfangs 40, später 50 Mitarbeiter sei für die Dauer von sechs Monaten Kurzarbeit angemeldet worden. Betroffen sei ausschließlich der Bereich der Krankenhauskommunikation. Derzeit beschäftigt die Firma im Orkotten 76 Mitarbeiter.

Der Grund für die Kurzarbeit sei ein drastischer Einbruch bei den Aufträgen. Dieser beträgt laut der Tunstall-Geschäftsführung zwischen 30 und 40 Prozent. Da das Unternehmen einen Schwerpunkt bei der Krankenhaustechnik habe, wirke sich die deutliche Investitionszurückhaltung in diesem Bereich aus. Bereits seit einigen Wochen werden bei Tunstall teilweise Überstunden und Resturlaubszeiten abgebaut.

Zwei Dinge stimmen Geschäftsführer Ludger Lappenküper allerdings zuversichtlich, dass die Kurzarbeit nicht über die volle Zeit gelten müsse. Zum einen ist Tunstall derzeit auf der „Arab Health“, der größten Medizintechnik-Messe im arabischen Raum, vertreten. Aus ersten Telefonaten mit seinen Mitarbeitern vor Ort schöpft Lappenküper viel Hoffnung. Er geht davon aus, dass einige Verträge abgeschlossen werden und der Exportanteil des Unternehmens weiter ausgedehnt werden könne.

Außerdem sieht er die Investitionszurückhaltung in deutschen Krankenhäusern nur als ein zeitlich begrenztes Phänomen an. Denn: Viele Ausgaben seien zwar kurzfristig aufgeschoben worden, mittel- bis langfristig aber unumgänglich.

Das zentrale Ziel Lappenküpers: „Die gesamte Belegschaft soll gehalten werden.“ Denn das Unternehmen verfüge über erfahrene und kreative Köpfe, die er auf keinen Fall verlieren wolle. Von daher sei die Kurzarbeit nur ein Mittel, die aktuelle Situation zu überbrücken.

Ganz ähnlich auch die Aussage aus dem Hause Winkhaus. „Eingearbeitete Teams bleiben erhalten und können durchstarten, wenn die Konjunktur wieder anzieht.“

Bei Kurzarbeit übernimmt die Agentur für Arbeit einen Teil des Lohns. Mitarbeiter können sich mit Unterstützung der Agentur während dieser Phase auch weiterqualifizieren.

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