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Wintermärchen bei den Weltmeisterschaften in Schweden

Wilfried Sprenger

Erst 21 und schon sechsfache Weltmeisterin: Magdalena Neuner wird vom Glück nahezu überrollt. Bei den Weltmeisterschaften im schwedischen Östersund gewinnt die junge Biathletin drei Mal Gold. Das gleiche Kunststück war ihr schon im Jahr zuvor im malerischen Antholz gelungen. Es sind Wintermärchen der ganz besonderen Art.

In Östersund lässt die Wallgauerin andere mitlachen. So profitieren in der Mixed-Staffel Michael Greis, Andreas Birnbacher und Sabrina Buchholz von den Fähigkeiten Neuners. Startläuferin Buchholz schickt sie mit 22 Sekunden Rückstand auf die Laufstrecke, Neuner wandelt dies in 55 Sekunden Vorsprung um. „Mission erfüllt“, sagte die rasend schnelle Skijägerin später im Ziel. Auch Bundestrainer Frank Ullrich gerät angesichts dieser Leistung ins Schwärmen. „Die Lena soll am besten gleich durchlaufen“, sagt er.

Nach dem ersten deutschen WM-Gold in der Mixed-Staffel schlägt „Magdalena grenzenlos“ zum Ende der Titelkämpfe noch zweimal zu. Zunächst als Solistin im Massenstart-Rennen. Zu guter Letzt gemeinsam mit Martina Glagow, Kati Wilhelm und Andrea Henkel in der 4 x 7,5-km-Staffel. Sie siegen klar vor der Ukraine und Frankreich. Es ist der krönende Abschluss der goldenen Tage von Östersund. „Ich habe hier tausendmal mehr erreicht, als ich mir vorgenommen hatte. Deshalb bin ich jetzt einfach nur glücklich“, erklärt die Gold-Lena.

Große Leistungen zeigte in Schweden auch die 1,58 m kleine Andrea Henkel. Die Sportsoldatin gewann ebenfalls drei Mal Gold. Henkel hatte ihre großen Einzelauftritte gleich zu Beginn der Weltmeisterschaften. Jeweils ohne Schießfehler hängte die 30-jährige Thüringerin die komplette Konkurrenz zunächst in der Sprintentscheidung und später dann auch im Verfolgungsrennen ab. Das Glück der deutschen Damen komplettiert Martina Glagow (Mittenwald) mit Rang zwei im 15-km-Rennen.

Die Bilanz der Männer verblasst hinter den Triumphen der Damen. In den Einzelkonkurrenzen rettet Alexander Wolf die Ehre der deutschen Skijäger. Der Oberhofer freut sich nach dem „Verfolger“ über die Bronzemedaille. Noch einmal Bronze erringen Wolf, Michael Greis, Andreas Birnbacher und Michael Rösch im Staffelrennen.

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