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Rot Weiss Ahlen

„Wir geben uns noch lange nicht auf“

Cedric Gebhardt

Ahlen - 40 Punkte - für eine Mannschaft, die beim Fußball gegen den Abstieg kämpft, gibt es keine schönere Marke als diese. Fortuna Düsseldorf hat diesen Punktestand bereits nach 23 Spieltagen erreicht. Rot-Weiß Ahlen hat dazu seinen vollen Beitrag geleistet. Sechs Punkte schenkten die Ahlener gegen die Fortunen her, bei einem Torverhältnis von 1:8.

40 Zähler, von diesem Wert kann die Elf von Christian Hock nur träumen. Ihre zuletzt makellose Auswärtsbilanz ist futsch. Nach 460 Minuten ohne Auswärts-Gegentor schlug es am Freitag erstmals wieder hinter Sascha Kirschstein ein. Dass „Kirsche“ auch noch zwei weitere Male binnen 15 Minuten hinter sich greifen würde, wurmte den RW-Torhüter gewaltig.

Dennoch stellte sich Kirschstein gemeinsam mit Kapitän Marcel Busch nach dem Abpfiff den mitgereisten Fans. Rechtsverteidiger Busch machte eine ehrliche Bestandsanalyse: „Wir sind hier angereist, um einen Punkt mitzunehmen. Doch nach dieser deutlichen Niederlage muss sich jeder hinterfragen, ob seine Leistung in Ordnung gewesen ist. So wie wir heute gespielt haben, werden wir absteigen.“ Gleichzeitig habe Rot-Weiß in den Spielen zuvor gezeigt, dass man es besser könne. Deshalb versprach Busch: „Wir geben uns noch lange nicht auf.“ Auch Tim Gorschlüter gab sich kämpferisch: „Wenn wir an die Spiele der letzten Wochen anknüpfen können, dann ist der Klassenerhalt mit Sicherheit noch erreichbar.“

Das wird Christian Hock gerne hören. Die Klatsche bei der Fortuna war dem Ahlener Trainer gehörig aufs Gemüt geschlagen. Im Vorfeld noch hatte er betont: „Wir fahren nicht nach Düsseldorf, um die Punkte dort kampflos abzugeben.“

Offensichtlich hatte er nur wenig Gehör gefunden, denn die Mannschaft konterkarierte die Aussage ihres Übungsleiters. Das musste auch Hock erkennen. Er schimpfte: „Meine Mannschaft hat unsere Abwehr komplett im Stich gelassen, dadurch wurden die Tore ermöglicht. Die letzten Wochen scheinen einigen zu Kopf gestiegen zu sein, daran müssen wir arbeiten. Ich hoffe, dieses Spiel war eine Ausnahme.“ Man habe in dieser Woche im Training einiges aufzuarbeiten.

Das Selbstvertrauen und die Stärke der Vorwochen schienen bereits nach dem 0:1 wie weggeblasen. Rot-Weiß wirkte stark verunsichert. Entlastung durch eigene Angriffe fand kaum statt. Dafür passten Zuordnung und Abstimmung im Defensiv-Verhalten nicht. Auch Sebastian Pelzer gestand: „Wir haben gehofft, die Punkte mitnehmen zu können. Aber wenn die Laufwege nicht eingehalten werden, können wir nicht siegen. Da waren viel zu viele Fehlpässe im Spiel. In der zweiten Halbzeit wollten wir nicht völlig untergehen.“

Mehr war angesichts eines 0:3-Pausenrückstands auch nicht möglich. Nicht nur, dass RW nach dem 4:0 nach einer guten Stunde schlussendlich eine herbe Pleite einstecken musste, erhielt Nils Döring in der 56. Minute den Gelben Karton.

Damit muss der Innenverteidiger am kommenden Sonntag gegen Union Berlin gesperrt aussetzen. Um nicht auch noch den Einsatz Baldo Di Gregorios zu gefährden, nahm Hock seinen zweiten Innenverteidiger zehn Minuten vor dem Ende vom Feld. Di Gregorio hat momentan neun Verwarnungen auf dem Konto, bei der nächsten fehlt auch er ein Spiel.

So wird gegen Berlin vermutlich Ole Kittner neben Di Gregorio in die Innenverteidigung rücken. Er kann mithelfen, dass Rot-Weiß die Punkte 16,17 und 18 einstreicht. Auf die jetzt schon in Düsseldorf erreichte Marke werden die Ahlener neidisch schauen.

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