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Wirbel um Fundhund „Eumel“ – Jetzt heißt er Mäxchen

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<1>Ibbenbüren. Der kleine Yorkshire-Terrier heißt jetzt Mäxchen und hat ein liebevolles Zuhause bei der Familie Thomas und Edith Feldkämper in Dörenthe gefunden. Im Januar wurde der Hund, an einen Zaun festgebunden, in Ibbenbüren gefunden – Dieter Pflaum nahm sich des Tierchens an (wir berichteten). „Durch die Veröffentlichung des Bildes bekam ich sehr viele Anrufe, die mich schnell auf die Spur des rücksichtslosen Menschen geführt haben“, schreibt Pflaum, der jetzt bei der Polizei gegen die ehemalige Besitzerin Strafanzeige stellte.

Der Verein „Hilfe für Tiere in Not“ um Irene Middendorf habe sich vorbildlich um Eumel – so hieß das Tier bei der Vorbesitzerin – gekümmert, so Pflaum. Der Rüde wurde kastriert, die Wucherung an seinem Auge operativ entfernt. „Außerdem musste Mäxchen geimpft werden“, so die neue Besitzerin. Mäxchens Fell wurde gestutzt, weil es total verfilzt gewesen sei: „Er befand sich in einem ganz schlechten Zustand.“ Obwohl der Hund noch kein Jahr alt sei, habe er bereits sechs Besitzer gehabt, recherchierte die Tierliebhaberin. Dementsprechend verunsichert sei der Hund: „Er bestand nur aus Angst, hat nicht gefressen, bei hektischen Bewegungen will er sich verkriechen. Der Hund braucht jetzt Sicherheit, muss spüren: Hier bin ich zuhause“, so die 58-jährige Dörentherin. Der kleine Kerl habe sich gut eingelebt und verstehe sich prächtig mit ihrer fast vierjährigen Schäferhündin Vasco: Beide liegen am liebsten gemeinsam in einem Korb, obwohl jeder seinen eigenen besitze: „Einen weiteren Wechsel“, so ist sich Edith Feldkämper, ebenfalls Mitglied im Verein „Hilfe für Tiere in Not“, sicher, „würde Mäxchen nicht verkraften.“

<2>Zurück zu dem Finder: Pflaum hat bei der Polizei Ibbenbüren Strafanzeige gegen die ehemalige Besitzerin gestellt, die dem Verein „Hilfe für Tiere in Not“ schriftlich bestätigt habe, dass sie das Tier ausgesetzt hat. „Ich habe keine Zeit“, sei ihre Begründung gewesen, „Und sie hat überhaupt keine Reue gezeigt“, so Irene Middendorf wütend.

Die Anzeige ist von der Polizei Ibbenbüren zum Fachdienst für Recht und Ordnung der Stadt Ibbenbüren jetzt beim Kreisveterinäramt Steinfurt gelandet, wo Kreiskommunaltierarzt Dr. Georg Friemel-Brüggemann prüfen wird, ob gegen das Tierschutzgesetz verstoßen worden ist. Dort heißt es im Paragraphen 3.3: „Es ist verboten, ein im Haus, Betrieb oder sonst in Obhut des Menschen gehaltenes Tier auszusetzen oder es zurückzulassen, um sich seiner zu entledigen oder sich der Halter- oder Betreuerpflicht zu entziehen.“ Über das laufende Verfahren will Friemel-Brüggemann nichts sagen. Wird ein Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet, sei die Höhe des Bußgeldes abhängig von der Schwere der Schuld, den Umständen der Aussetzung und natürlich auch von den Einkommensverhältnissen der jeweiligen Person.

Edith Feldkämper jedenfalls sieht die Sache so: „Einen Hund ins Tierheim abzugeben kostet rund 150 Euro. Wenn es jemandem finanziell schlecht geht, wie soll der soviel Geld aufbringen? Die Person, die Mäxchen ausgesetzt hat, hat den Hund zumindest so angebunden, dass er schnell gefunden werden konnte und hat sogar noch Leckerlis dazugelegt.“

Die Dörentherin regt an, zum Beispiel die Hundesteuer dafür zu nutzen, dass diese Tiere kostenlos im Tierheim aufgenommen werden können.

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