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Wo auch Darth Vader zu Fuß hingeht

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Mete Demiriz ist ein Toilettenforscher. Er untersucht, ob man Toiletten nicht noch verbessern kann. „Viele Toiletten sind nämlich falsch geplant – etwa in Schulen“, sagt der Professor aus Gelsenkirchen.

Meist sind einfach zu viele Toiletten da, sagt er. „So oft geht nämlich niemand aufs Klo.“ Um die vielen Klos wird sich dann oft nicht richtig gekümmert. Deswegen sind häufig ein paar Toiletten kaputt.

Probleme gibt es auch mit den Abflussrohren: Wenn sie schlecht gebaut sind, fließt nicht alles richtig ab. Das passiert auch, wenn die Spülungen nicht gut sind. „Die Klospülung muss alles auf einmal wegspülen können“, sagt der Professor. Doch viele Menschen wollen Wasser sparen. Deshalb sind manche Toiletten so eingestellt, dass nur wenig Wasser beim Spülen fließt. Doch oft reicht das nicht. Dann muss nachgespült werden. Und dadurch steigt der Wasserverbrauch wieder.

Demiriz hat einen Test entwickelt, um festzustellen, ob und wie gut neue Toiletten funktionieren. Wichtigstes Hilfsmittel ist Pflaumenmus. „Damit mache ich in dem Klo 100 kleine schwarze Punkte.“ Wird alles weggespült, ist er zufrieden. „Wir haben auch richtige Testwürste“, sagt er und lacht. Die kleinen Würste aus einer Plastikhaut füllt er mit Wasser und unterteilt sie mit kleinen Gummiringen. Beim Test müssen vier solcher Körper weggespült werden. „Zum Schluss machen wir an die Prüfwürste auch noch Pflaumenmus, so bekommen wir echte Bremsspuren.“

Spülklos sind nicht die einzige Toilettenform. Ist kein Wasser in der Nähe, kann man auf eine Chemietoilette gehen. Solche stehen oft bei großen Konzerten oder Fußballspielen herum. Was in so ein Klo plumpst, fällt in eine Mischung aus Muschelkalk, Zitronensäure, Algen, Ölen und Farbstoffen.

In Flugzeugen oder im Zug gibt es sogenannte Vakuum-Toiletten. In ihnen saugt eine Pumpe ganz viel Luft an. Drückt man auf den Spülknopf, zerreißt Unterdruck alles, was im Klo liegt – und saugt das Ganze durch eine kleine Öffnung ab.

Toilettenforschung hat einen ernsten Hintergrund. „Es gibt viele Menschen auf der Welt, die keine Toiletten benutzen können“, sagt Barbara Wagner von der Deutschen Toiletten Organisation. „Weltweit haben vier von zehn Menschen keine ordentliche Toilette.“ Sie müssen ihr Geschäft im Freien machen. So verschmutzen sie Wasser. Über das schmutzige Wasser werden Krankheiten verbreitet. Daran erinnert der gestrige Welttoilettentag. (dpa)

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