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Havixbecker Straßennamen

Wohnen am Schlautbach

Ansgar Kreuz

Havixbeck - Ganz praktisch dienen Straßennamen zur Unterscheidung der vielen Straßen, Wege und Plätze eines Ortes voneinander. Doch was steht in Havixbeck hinter diesen Bezeichnungen? Eine Auswahl von Straßen und deren Namen stellt unsere Zeitung gemeinsam mit Friedhelm Brockhausen, Vorsitzender des Heimatvereins Havixbeck, in loser Reihe vor. Heute: Am Schlautbach und Am Stopfer.

Aus der Luft betrachtet nahm das Siedlungsgebiet der Gemeinde Havixbeck durch die rege Bautätigkeit seit den 1960er-Jahren die Form Hufeisens an. Mit der Erschließung des Pieperfelds wurde daraus eine Art Dreizack. Zwischen den Wohngebieten Beekenkamp und Pieperfeld klaffte lange eine Lücke.

„Nach vielen Bemühungen um einen Zusammenschluss führte Clemens Freiherr von Twickel die über 30 Hektar große Ackerfläche nördlich und südlich des Schlautbaches einer Bebauung zu. Da sich die Gemeinde mit der Vermarktung dieser Flächen finanziell überfordert sah, wurden hier erstmalig seit Mitte der 1990er-Jahre ganze Baugebiete privat vermarktet“, berichtet Friedhelm Brockhausen. Das Wohngebiet nördlich des Schlautbachs erhielt die Straßenbezeichnung „Am Schlautbach“, das südlich „Am Stopfer“.

„Das Wort Schlaut ist mit dem Wort Schlot verwandt. Als Schlot bezeichnet man nicht nur einen Schornstein oder in der Geologie einen Aufstiegskanal von vulkanischen Produkten, sondern in Ostfriesland auch Wassergräben. So ist der Schlautbach zu seinem Namen gekommen“, erläutert Brockhausen. Der Lauf des Schlautbachs beginne mit dem Abflusskanal der von Twickelschen Gräfte. Er vereine die Quellbäche der Lasbecker Aa und führe deren Wasser zur Münsterschen Aa.

„Die Bezeichnung Stopfer unterliegt einer volksetymologischen Fehldeutung beziehungsweise falschen Verhochdeutschung des ursprünglichen Flurnamens. Im Urkataster findet man an Twickels Mühle die Bezeichnung Mühlenkamp und Stokpfer“, so der Vorsitzende des Heimatvereins. Damit sei der erste Namensteil, das Bestimmungswort, geklärt: Stok, Stock. „In noch älteren Flurbezeichnungen findet man die Flur bezeichnet als Stockfort. So hat sich also sprachlich das Grundwort von fort zu pfert und unserem heutigen pfer gewandelt. Es demnach von Furt, der Bezeichnung für eine durchfahrbare Stelle eines Gewässers.“

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