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Wölfe in der Heide

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Oftmals wurde auch die Gefährlichkeit des Wolfes für den Menschen als Jagdgrund angegeben. In Wirklichkeit meidet der scheue Wolf den Menschen, und es kommt nur in Ausnahmesituationen zu gefährlichen Begegnungen. Der Mythos von „Rotkäppchen und der Wolf” hatte lange Zeit Bestand. Dennoch gibt es in Gebieten, wo der Wolf durchgängig zu Hause ist (Polen, Rumänien, Rußland), durchaus Todesfälle durch Angriffe von Wölfen.

Der Wolf benötigt zum Überleben einen großen, ungestörten Lebensraum abseits von Städten und Straßen. In Deutschland finden sich solche Gebiete hauptsächlich in Mecklenburg-Vorpommern. Und genau hier sind vor vier bis fünf Jahren die ersten Wölfe in Deutschland gesichtet worden. Zuerst vereinzelt, aber mittlerweile gibt es mehrere Rudel, die sich ein festes Revier angeeignet haben.

Zur Überraschung vieler hat sich auch in der Lüneburger Heide, also in der Mitte Deutschlands, 2007 ein einzelner Wolf eingefunden. Als geeigneten Lebensraum hat er sich einen Truppenübungsplatz ausgesucht. Dieses Biotop ist für einen Wolf besonders attraktiv, weil Truppenübungsplätze für Autoverkehr und Spaziergänger gesperrt sind.

Aber es gibt noch einen erstaunlichen Grund, warum der neue Wolf gerade in diesem Gebiet aufgetaucht ist. Ein Findling mit der Inschrift „Hier wurde der letzte Heide-Wolf erlegt” befindet sich genau in dem neuen Wolfsrevier. Dies bestätigt die Vermutung, dass Wölfe auf jahrhundertealten Wolfsfährten durch das Land streifen.

Nach letzten Beobachtungen von Förstern hat sich der Heide-Wolf fest angesiedelt und Unterstützung von einem zweiten oder dritten Wolf erhalten.

Der Wolf darf in Deutschland nicht bejagt werden und wird von den meisten Menschen als Bereicherung des heimischen Wildtierbestandes freudig begrüßt.

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