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Wolkenkratzer wankten

Thomas Pottebaum

Häuser brachen zusammen, und sogar Wolkenkratzer wackelten. In der chinesischen Provinz Sichuan hat es am Montag ein großes Erdbeben gegeben. Es war das schlimmste seit 30 Jahren. Das Beben dauerte etwa drei Minuten.

In der Mittagszeit waren die Kinder in den Schulen, Erwachsene bei der Arbeit. Die Menschen rannten in Panik auf die Straße. Viele schafften es nicht mehr und wurden von herunterfallenden Betonstücken begraben. Viele Tausend Menschen wurden verschüttet. Mehr als 12 000 Menschen starben, darunter auch viele Kinder. Tausende Menschen haben jetzt kein Zuhause mehr. In manchen Orten stürzten fast alle Häuser ein. In der Region Sichuan leben mehr als 87 Millionen Menschen – zum Vergleich: Deutschland hat rund 82 Millionen Einwohner.

Viele Helfer und Soldaten sind nun im Erdbebengebiet mit Hubschraubern und Suchhunden im Einsatz, um verschüttete Menschen zu bergen. Die meisten sind tot, einige leben aber noch. Sie sind schwer verletzt. Riesige Kränen ziehen Betonteile hoch, die so groß sind wie Autos. Andere Helfer räumen mit Hacken, Schaufeln und Motorsägen Trümmer beiseite, um zu Überlebenden zu kommen. Die Helfer haben es zum Teil aber sehr schwer, da auch viele Straßen zerstört sind. Die Arbeiten werden zudem von heftigen Regenfällen und Sturm behindert. Auch gestern war es noch schwierig, einen genauen Überblick über das gesamte Ausmaß des Erdbebens zu bekommen. Immer wieder gibt es auch kleinere Nachbeben, durch die angeknackste Gebäude einstürzen können. Darum trauen sich die Menschen nicht in die noch stehenden Gebäude und bleiben bei strömendem Regen auf der Straße.

Im Südwesten Chinas gibt es häufiger Erdbeben. Denn dort ist unter der Erdoberfläche die Erdkruste stark in Bewegung. Das Beben am Montag war so stark, dass es noch mehrere Tausend Kilometer weiter zu spüren war. Auch in der rund 1500 Kilometer entfernten chinesischen Hauptstadt Peking bekamen die Menschen einen Schrecken. Dort werden ab August die Olympischen Spiele stattfinden. Die Wettkampfstätten seien erdbebensicher, sagte ein Sprecher des olympischen Nachrichtenzentrums.

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