1. www.wn.de
  2. >
  3. Archiv
  4. >
  5. Wozu Azubis „Nein“ sagen dürfen

  6. >

Lenz-Thema

Wozu Azubis „Nein“ sagen dürfen

wn

Rund jeder achte Lehrling (13,4 Prozent) muss laut einer DGB-Studie häufig oder sogar ständig Dinge erledigen, die nichts mit der Ausbildung zu tun haben. „Es gibt immer wieder Fälle, in denen Azubis zum Beispiel mit dem Hund Gassi gehen oder als Kinderbetreuung herhalten müssen“, sagt Dirk Neumann vom Deutschen Gewerkschaftsbundes. „Nein“ zu sagen, ist jedoch manchmal ihr gutes Recht.

Das Berufsbildungsgesetz schreibt vor, dass Lehrlingen nur Aufgaben übertragen werden dürfen, die „dem Ausbildungszweck dienen“. Wann die Grenze überschritten ist, lässt sich pauschal aber nicht so einfach sagen. „Ein Azubi darf kein Ersatz für die Putzfrau sein“, erklärt der Arbeitsrechtler Michael Eckert. Es sei zum Beispiel aber zulässig, dass ein angehender Mechaniker oder Schreiner eine Maschine reinigen soll, an der er ausgebildet wird.

Auch wenn ein Lehrling einmal zum Bierholen geschickt wird und diese Aufgabe reihum wechselt, kann er sich schlecht beschweren. „Beim ersten Mal gleich zu sagen: Steht nicht in der Prüfungsordnung - mach ich nicht, das geht nicht“, erläutert Eckert. Wird der Azubi aber ständig zum Bierholen oder Einkaufen geschickt, sei der Bogen überspannt.

Startseite