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Rot Weiss Ahlen

Wück fordert in Wolfsburg Geduld

André Fischer

Ahlen. Von einem schweren Gang zu den kleinen „Füchsen“ sprach Stefan Grädler, Sportlicher Leiter von RW Ahlen, während der Pressekonferenz am Freitag. „Füchse“? – die sind in Berlin-Reinickendorf beheimatet und spielen in der Ersten Handball-Bundesliga. „Wölfe“, korrigierte sich Grädler schnell und hatte die Lacher auf seiner Seite. Ein kleiner Fauxpas, den ihm niemand übel nahm. Einen solchen dürfen sich die Rot-Weißen dagegen am Samstag beim Spiel in Wolfsburg bei den dortigen Amateuren nicht erlauben, ansonsten könnte der große Traum von der Zweiten Liga vielleicht doch noch wie eine Seifenblase zerplatzen. Anstoß ist um 14 Uhr.

Sie halten sich weiter bedeckt, was die Tabellenführung und einen möglichen Aufstieg angeht. „Wir sind in der Lotterie dabei und haben die besten Karten. Wenn wir allerdings nicht auch in Wolfsburg unsere Leistung abrufen, verlieren wir das Spiel.“ Trainer Christian Wück bleibt auf dem Teppich und sieht auch seine Garde dort hocken: „Ich habe nicht das Gefühl, dass wir jetzt überheblich agieren. Die Jungs wissen, worum es geht.“

Das weiß auch Aufsichtsrats-Chef Bernd Mehring, der (noch) nichts von der Zweiten Liga wissen will. Nur ungern erinnert er sich an jenen Tag im Jahr 1977 zurück, als er als Spieler mit dem einstigen TuS Ahlen im letzten Spiel der Saison gegen Horst-Emscher um den Aufstieg in die Zweite Bundesliga spielte. Lange war die TuS Spitzenreiter, die Feierlichkeiten waren organisiert, „sogar das Dessert war bereits in grün-weisen Farben kredenzt“, wir Mehring sagt. Dann kam das, was niemand auf der Rechnung hatte. Mit 2:3 ging das Spiel verloren und Verfolger Gütersloh zog auf der Zielgeraden an Mehring und Co. vorbei in die Zweite Liga. „Darum haben wir uns bislang über eine mögliche Aufstiegsfeier oder T-Shirts keine Gedanken gemacht. Alles zu seiner Zeit.“

In der Tat kann RW in Wolfsburg eigentlich nur verlieren. Kaum jemand scheint im Vorfeld dem Schlusslicht der Liga zuzutrauen, gegen den Spitzenreiter zu bestehen. Und darin liegt die Gefahr. „Das wird so ein Spiel wie in Dortmund. Wir müssen geduldig sein“, glaubt Wück, der ganz sicher auf Marinko Miletic (fünfte Gelbe Karte) verzichten muss. Fragezeichen stehen hinter den Einsätzen von Daniel Thioune (Adduktoren) und Baldo di Gregorio (Oberschenkel). In den Kader rückt dagegen wieder Ronald Maul, der in dieser Woche komplett trainiert hat.

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