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Rot Weiss Ahlen

Wück vermisst Offensivkraft

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Ahlen. „Sicherlich hätte ich gerne weiter gespielt und warum mich der Trainer ausgewechselt hat, weiß ich auch nicht, das kann nur der Trainer sagen.“ Marinko Miletic war nicht ganz zufrieden, als er nach genau 60 Minuten beim 0:0 von Rot-Weiß Ahlen beim SV Werder Bremen 2 Oliver Glöden weichen musste. Bis dahin hatte er ganz ordentlich gespielt und mit gutem Einsatz manch brenzlige Situation bereinigt, sich allerdings auch eine unnötige Gelbe Karte eingehandelt. Genau dies war für seinen Chef entscheidet, den Innenverteidiger zu wechseln.

„Bei seinen Tacklings konnte man nie sicher sein, dass nicht noch die Ampelkarte folgt, zumal mir dies auch der Schiedsrichter signalisiert hatte.“ Außerdem habe er noch höhere Ansprüche an den Ex-Gütersloher. „Er weiß, dass ich von ihm auch Akzente im Spielaufbau erwarte und davon war gegen Bremen nichts zu sehen und erst wenn er die in ihn gestellten Anforderungen hundertprozentig erfüllt, kann auch sein Cheftrainer zufrieden sein.“

Klare und auch nachvollziehbare Worte von Wück, der überhaupt das gesamte Ahlener Offensivspiel zu bemängeln hatte: „Wir hatten einfach keine zwingenden Aktionen nach vorne, da hätte mehr kommen müssen.“ Warum dies nicht geschehen sei, könne er sich zumindest so kurz nach dem Spiel nur bedingt erklären.

Vielleicht, so Wück, hätten die vielen Gegentore, insbesondere die fünf im Heimspiel gegen Wuppertal, so tief gesessen, dass für alle erst einmal wichtig war, zu Null zu spielen. Hiermit scheint er den Nagel auf de Kopf getroffen zu haben. Jedenfalls war ein Satz – auch am Sonntag – durchweg von seinen Spielern immer wieder zu hören. „Wir haben zu Null gespielt und auswärts einen Punkt geholt, das ist doch gut so.“ Ja, sie freuten sich, keinen Treffer kassiert zu haben, wissen allerdings auch, dass es defensiv jetzt so stabil weitergehen muss. „Aus dieser Abwehrleistung müssten wir eigentlich genug Selbstvertrauen schöpfen, um gegen Cottbus am nächsten Samstag auch wieder zu Null zu spielen“, dachte Marinko Miletic schon an das nächste Heimspiel, in dem die Ahlener aber auch weder treffen müssen.

Doch Lars Toborg hatte schon vor einer Woche geahnt, dass es mit seinen Toren nicht so weitergehen kann. „Es kommen auch mal Spiele, in denen ich nicht treffen werde.“ Sein Trainer ist da zuversichtlicher. In 30 von 35 Meisterschaftsspielen werde man treffen, prognostizierte er kürzlich. Jetzt hat man zwar schon eines der von ihm erwarteten fünf torlosen Begegnungen verbraucht, doch Wück ficht dies wenig an. „Ich glaube an die Offensivkraft meiner Mannschaft.“

Schon am Samstag gegen Cottbus 2 soll der dritte Saisonsieg folgen, dann auch wieder mit Daniel Thioune und wohl auch Manuel Lenz. Jedenfalls hat der junge Keeper seine Chance in Bremen beim Schopf gepackt. Spielt er auch gegen Cottbus so sicher und souverän und stellt seine Mitspieler so intensiv und lautstark wie in Bremen, dann wird der Zweikampf um den Platz im Tor zwischen ihm und Dirk Langerbein wohl nur noch eine Millimeterentscheidung. Eigentlich kann einem Trainer nichts Besseres für diese Schlüsselposition passieren.

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