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Rot Weiss Ahlen

Wücks Dank an die Fans

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Ahlen. 3:0 gegen den SV Babelsberg, der dritte Heimerfolg, Ahlens zweiter Sieg in Folge – Christian Wück hatte also allen Grund, seine Mannschaft zu loben. Seine volle Aufmerksamkeit galt indes zunächst den Zuschauern. Rot-Weiß Ahlens Cheftrainer wusste genau, warum er den knapp 1800 Zuschauern im Wersestadion dankte. „Das war schon bemerkenswert, wie uns die Fans heute geholfen haben.“ Keine Pfiffe, keine wütenden Zwischenrufe, mal abgesehen von den üblichen und leider zu oft unter die Gürtellinie gehenden Schiribeschimpfungen. Offenbar haben auch die (älteren) eingefleischten Anhänger des Clubs erkannt, dass es in dieser Saison schwieriger denn je ist, vor eigener Kulisse Spiele zu gestalten, nachdem insbesondere die jüngeren Fans das heimische Team schon in den vergangenen Monaten stets eindrucksvoll unterstützt hatten. Gegen Babelsberg blieben sie alle erstaunlich ruhig bei Fehlpässen, nahmen Gäste-Möglichkeiten gelassen hin und unterstützen mit rhythmischem Klatschen Ahlener Standards.

„Mensch, das war toll, so helfen uns die Fans“, frohlockte auch Lars Toborg, der nach dem Schlusspfiff seine Kollegen animierte, den Sieg auch mit den Anhängern zu feiern. So viele wie nie zuvor freuten sich über die Tänze von Kittner („Ein geiles Gefühl!“), Wiemann („Ein unglaublich wichtiger Sieg!“) oder Baldo di Gregorio („Jetzt noch einmal nächste Woche nachlegen!“). Vielleicht ist die Zeit der Ahlener Dauernörgler ja wirklich endlich vorbei. Es wäre einfach zu schön für Spieler und Club.

Aufschluss wird schon der nächste Samstag bringen, wenn die Rückrunde mit einem weiteren Heimspiel eingeläutet wird. Und das Kaliber ist mit Rot-Weiß Erfurt schon ein ganz anderes. Es kommt einer der großen Aufstiegsfavoriten ins Wersestadion und ausgerechnet die Elf, die dem heimischen Team die bislang höchste Schlappe beigebracht hat. Trotz 2:0-Führung unterlagen die Ahlener im August noch 3:6 im Erfurter Steigerwaldstadion.

Bestehen können sie am Samstag gegen die Thüringer nur, wenn sie gegenüber der Partie gegen Babelsberg noch einmal einen Zahn zulegen. Der SV 03 hatte vor allem im ersten Durchgang zu viel Zeit, das Spiel zu verlangsamen und Tempo herauszunehmen. Anstatt das Spielfeld durch frühes Pressing zu verkleinern, hatten die Gäste zu viel Raum und Zeit. Nur gut, dass die Rot-Weißen kämpferisch weitaus mehr zuzulegen hatten, als noch gegen Wolfsburg, am Samstag sicherlich entscheidend für diesen Erfolg. Gut auch, dass sie ihre Positionen hielten, was wiederum dem eigenen Spielaufbau förderlich war.

Stark Grover Gibson, der ruhig auch mal wieder aus der zweiten Reihe schießen sollte, Kevin Großkreutz, dessen Mut zu Dribblings leider nicht belohnt wurde und vor allem Manuel Lenz. Zwar beantwortet er die Frage „Muss ich raus oder im Tor bleiben?“ in einigen Situationen immer noch zu zögerlich – was gottlob von den Babelsbergern nicht genutzt wurde – aber wie er in „Eins-gegen-Eins-Situationen“ den gleich zweimal frei vor ihm auftauchenden Daniel Frahn abblockte, das war schon klasse.

Entscheidend für den Sieg jedoch war, dass wie schon in Braunschweig alle ihre Leistung abriefen, obwohl Wücks Team bei der Eintracht noch ein wenig konzentrierter agierte. Und genau diesen Tick an zusätzlicher Intensität benötigen die Rot-Weißen am kommenden Samstag, dem ersten von zwei Spielen der Rückserie noch in diesem Jahr, um zur gleichen Punkteausbeute zu kommen, wie in der Hinserie, als der Niederlage in Erfurt der Heimsieg über Union Berlin folgte. Stehen am 8. Dezember dann wirklich 30 Zähler auf dem rot-weißen Punktekonto, können sie alle in der Tat ein ruhiges Weichnachtsfest feiern.

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