1. www.wn.de
  2. >
  3. Archiv
  4. >
  5. Wunderbar lakonisch

  6. >

Der Dieb des Lichts

Wunderbar lakonisch

wn

In einem abgelegenen Tal im zentralasiatischen Kirgistan (auch: Kirgisien) nennen die Bewohner eines Dorfes ihren einzigen Elek­triker Svet-Ake „Herr Licht“.

Der gutmütige Herr, gespielt von Regisseur Aktan Arym Kubat, sorgt in „Der Dieb des Lichts“ dafür, dass angesichts astronomischer Rechnungen der Strom fließt: Er zweigt ihn illegal für die Dorfbewohner ab. Zusätzlich ist er bestrebt, zu seinen drei Töchtern auch männlichen Nachwuchs zu zeugen.

Die Behörden traktieren ihn, lassen ihn aber laufen. Er verliert seinen Job, hält die Stromversorgung aber trotzdem aufrecht. Svet-Akes Vision, mit einem Windpark für die autonome Stromversorgung der kommenden Generationen zu sorgen, scheint in Erfüllung zu gehen, als der Bürgermeister und ein Investor ihm das Blaue vom Himmel versprechen.

Doch die windigen Herren legen den Lichtmann rein. Im Prinzip ein Klagelied über Kulturwandel, Umbruch und schwindende Moral, erzählt die Tragikomödie, wie in einem Land trotz neu gewonnener Unabhängigkeit mit genau dieser Freiheit Schindluder getrieben wird. Der Lichtmann wird im Machtkampf zerrieben.

Wunderbar lakonisch und locker inszeniert und mit traditionellen Melodien unterlegt.

Startseite