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Filmrezensionen

„You Kill Me“: Mit „Alkoholmissbrauch“

Sir Ben Kingsley („Elegy“) hat in „You Kill Me“ offensichtlich Heidenspaß als durch „Alkoholmissbrauch“ gehandicapter Killer Frank, der einen wichtigen Job verschläft, weshalb er vom winterlichen Buffalo, Indiana...

Hans Gerhold

Sir Ben Kingsley („Elegy“) hat in „You Kill Me“ offensichtlich Heidenspaß als durch „Alkoholmissbrauch“ gehandicapter Killer Frank, der einen wichtigen Job verschläft, weshalb er vom winterlichen Buffalo, Indiana, ins sommerliche San Francisco beordert wird – zu den Anonymen Alkoholikern und zur Strafarbeit als Balsamierer in einem Beerdigungsinstitut. Dort erledigt er den Job perfekt, hat aber immer wieder Rückfälle in die Trunkenheit, besonders bei Trauerfeiern mit Iren.

Auftritt Amor in Gestalt der Werbezeit akquirierenden Laurel (Tea Leoni), die er kennen lernt, als sie ihrem verhassten Stiefvater die Schuhe für den Sarg bringt und Frank ihm die Zehen brechen muss, damit sie passen.

Viel schwarzer Humor in Verbindung mit romantischen Komödientönen ist also angesagt in John Dahls ganz auf Ben Kingsley abgestimmte Ballade vom unheiligen Trinker und Loser, der durch die Liebe (und regelmäßige Sitzungen bei den Anonymen) zum besseren Menschen werden soll.

Dahl mischt der Story Diadochenkämpfe der polnischen Mafia in Buffalo bei. Kingsley jedenfalls ist große Klasse, und einmal springt er fast von der Golden Gate, weil er beinahe Laurel erschossen hätte. Klarer Fall von „Alkoholmissbrauch“.

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