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Zehnkampfneuling mit 70

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Ahlen. „Man ist nie zu alt für neue Erfahrungen.“ Nach diesem Credo scheint Otto Kuhn zu leben. Nicht nur, dass er mit seinen 70 Jahren der älteste Teilnehmer im Feld der Zehnkämpfer war. Er gesellte sich zudem zu den Neulingen. Schließlich absolvierte Kuhn, der Anfang des Jahres von Sendenhorst zur LG Ahlen wechselte, am vergangenen Wochenende seine Zehnkampfpremiere. Seine erste Leichtathletikerfahrung hat der Senior dagegen schon wesentlich früher gesammelt. Mit 50 Jahren kehrte er dem Fußball den Rücken und begann mit der vielseitigen Sportart. „Früher habe ich am liebsten geworfen“, erzählte er. Doch seit einigen Jahren macht die Schulter diese Belastung nicht mehr mit und so hat sich Kuhn auf die anderen Disziplinen verlegt. „Seitdem mache ich alles. Vom Langlauf bis zu den technischen Disziplinen“, erklärte er am Rande des Mehrkampfgeschehens, für das er damit die besten Voraussetzungen mitbringt.

Den Zehnkampf haben ihm die Teamkollegen schmackhaft gemacht. So trainiert er seit Anfang des Jahres bei Norbert Becker, dem „Macher“ des Ahlener Zehnkampfes. Schnell war er „infiziert“ und auch am Wochenende kannte seine Begeisterung keine Grenzen: „Es ist eine tolle Stimmung im Stadion und es herrscht ein besonderer Zusammenhalt in der Truppe“, erzählte er. So wurde jeder angefeuert und mit Ratschlägen unterstützt. Die konnte Kuhn vor allem beim Stabhochsprung gut gebrauchen: Schließlich stellte er sich auch dieser Herausforderung zum ersten Mal. Aber mit der Hilfe seiner Teamkollegen schaffte er sogar die zweite Höhe: 1,40 Meter standen dort für ihn zu Buche. „Wenn man es nicht kann, muss man es eben lernen“, fügte er bei dieser Gelegenheit hinzu und schmunzelte dabei.

Die Belastung empfand er als nicht so schlimm: „Natürlich merkt man seine Knochen, aber der Hermannslauf war schlimmer“, erklärte Kuhn, der seinen Erfahrungsschatz wohl im kommenden Jahr an die nächsten Neulinge weitergeben wird. Denn schon jetzt ist sich Kuhn sicher, dass das nicht sein letzter Zehnkampf war. Auch im kommenden Jahr will der dann 71-Jährige sich wieder dem Zehnkampf stellen und nach der Devise „schneller, höher, weiter“ sein Bestes geben.

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