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Filmrezensionen

„Zeiten ändern dich“: Schmerzhaft biederer Werbefilm

Gian-Philip Andreas

Bushido, der Deutsch-Rapper mit den schlimmen Texten, das vaterlos aufgewachsene Berliner Ghetto-Kind: Letztlich ist er nur ein netter Junge, der gar nichts Böses will.

Diesen Eindruck gewinnt man, wenn man sich Uli Edels spektakulär schaurige und werbewirksam distanzlose Film-Biografie anschaut und sogar bis zum spießigen Ende durchhält. Sie entstand nur, weil Bushido mit seiner Lebensgeschichte in Buchform einen Bestseller landete und der hauptamtliche Bestseller-Verfilmer Bernd Eichinger im macho-harten Emporkömmling einen Seelenverwandten erkannte.

Bushido „spielt“ jetzt sich selbst (als Teenager: Elyas M´Barek) und salbadert holprig aus dem Off, während der Film seine Lebensstationen biederer und plumper als jede mäßig gelungene Vorabendserienepisode abschreitet. Alles wurde jugendfrei weichgespült und wirkt ungefähr so angestrengt sensibel wie ein Beckmann-Interview.

Die bekannten Darsteller (darunter besonders von der Rolle: Hannelore Elsner als Mutti und Uwe Ochsenknecht als fieser Papa der Geliebten) sind spürbar auf der Suche nach einer irgendwie erkennbaren Regie, nur einer reißt mit: Mit Karel Gott singt Bu­shido zum Schluss die „Biene Maja“. Am Brandenburger Tor. Hitler, Baader, Bushido: Was wäre das deutsche Kino ohne Eichingers böse Buben?

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