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Politik Inland

Zentralkomitee der Katholiken: Kandidatensuche mit Hindernissen

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Berlin - Heinz-Wilhelm Brockmann (CDU) wird voraussichtlich neuer Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK). Brockmann gilt als Überraschungskandidat. Bisher war er ZdK-Vizepräsident, seit Februar ist er Staatssekretär im Hessischen Kultusministerium.

Im Mai wählt die Vollversammlung der höchsten Laienvertretung der katholischen Kirche in Deutschland einen Nachfolger für den früheren Landesminister Hans Joachim Meyer (CDU), der das Amt zwölf Jahre innehatte. Brockmann ist für die Wahl bisher der einzige Kandidat, da zuletzt der frühere CSU- Fraktionschef und Präsident des bayrischen Landtags, Alois Glück, und auch der Familienstaatssekretär Hermann Kues (CDU) auf eine Bewerbung verzichtet haben.

Wie unsere Zeitung vorab erfuhr, stehen Glück und Kues, aber auch Dieter Althaus, Ministerpräsident von Thüringen, und Armin Laschet, Integrationsminister in Düsseldorf, nicht zur Verfügung. Staatssekretär Kues hatte wiederholt erklärt, zu einer Kampfkandidatur nicht bereit zu sein. So eine Polarisierung schade dem ZdK. Glück und er hatten für eine konsensorientierte Lösung geworben.

Gegenüber dieser Zeitung erklärte Brockmann, auf seine Kandidatur nicht verzichten zu wollen. Auch nicht, wenn etwa Glück doch antreten würde. „Das ZdK ist demokratisch organisiert, eine echte Abstimmung zwischen mehreren Bewerbern schadet dem Gremium nicht.“ In der ZdK-Vollversammlung sitzen neben Vertretern der Diözesanräte und der katholischen Verbände auch sogenannte Einzelpersönlichkeiten. Zu den prominentesten Mitgliedern zählt unter anderem Wolfgang Thierse (SPD).

Brockmann, der aus Osnabrück stammt, wird unter anderem von vielen Diözesanräten unterstützt. Das ZdK soll seiner Meinung nach auch seine innerkirchliche Aufgabe stärker in den Blick nehmen. Da gebe es Nachholbedarf, so Brockmann. „Wir müssen mit den Bischöfen partnerschaftlich über die Zukunftsfragen der Kirche sprechen.“ Brockmann, Jahrgang 1947, hat unter anderem Theologie und Politik in Frankfurt, Tübingen und Münster studiert.

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